Juncker: Alle EU-Länder werden in der Kommission vertreten sein

26. Oktober 2003, 14:22
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Luxemburgs Regierungschef bedauert "großes Risiko des Ungleichgewichts"

Paris - Auch künftig wird jedes Mitgliedsland der Europäischen Union über einen eigenen EU-Kommissar verfügen, davon erklärte sich der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker in einem Interview für die Pariser Tageszeitung "La Croix" überzeugt. Juncker fügte weiter hinzu, dass er eine Entscheidung in diesem Sinne "bedauern" würde.

"Ich habe das Gefühl, dass das Prinzip eines vollmächtigen Kommissars pro Land wieder hergestellt wird, aber ich sage jenen, die zu großen Wert darauf legen, dass ein großes Risiko des Ungleichgewichts besteht", betonte der luxemburgische Regierungschef und fügte hinzu: "Das Wesentliche ist nicht eine mehr oder minder große Anzahl an Kommissaren, sondern der Umstand, dass Europa sich ohne eine starke Kommission mit einer zentralen Rolle festfahren wird."

Für die Beibehaltung eines Kommissars pro Unionsland sprechen sich mit Ausnahme Luxemburgs alle kleineren EU-Länder einschließlich Österreichs und der EU-Kommission selbst aus. Der vom ehemaligen französischen Präsidenten Valery Giscard d'Estaing (UDF) angeführte EU-Reformkonvent sah in seinem europäischen Verfassungsnetwurf dagegen vor, dass auch in einem Europa mit 25 Mitgliedsländer nur 15 EU-Kommissare bestehen sollen. Eine endgültige Entscheidung in der Frage werden die Staats- und Regierungschefs im Rahmen der Anfang Oktober in Rom begonnenen EU-Regierungskonferenz treffen. (APA)

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