Neuer Vorstand für Wiener Städtische

26. Oktober 2003, 20:11
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Peter Hagen löst Mitte 2004 Franz Lauer ab - Fink stellvertretender General

Wien - Bei der Wiener Städtischen kommt es Mitte nächsten Jahres zu einer Veränderung im Vorstand: Der stellvertretende Generaldirektor Franz Lauer (65) geht mit 1. Juli in Pension. Ihm folgt Peter Hagen, derzeit stellvertretender Chef der Städtischen-Tochter Kooperativa Prag. Das bestätigte Städtische-Chef Günther Geyer dem STANDARD.

Die tschechische Kooperativa ist eine der erfolgreichsten Auslandstöchter, die in den ersten drei Quartalen 2003 das Prämienvolumen um 18 Prozent auf rund 460 Millionen Euro steigerte. Nach dem Ausscheiden Lauers wird Karl Fink Geyers Vize. Die künftige Ressortverteilung im Vorstand steht noch nicht fest. Lauer war bisher für die Sparte Schaden, vor allem das Kfz-Geschäft, sowie Recht und Steuern verantwortlich.

Zufrieden ist Geyer, dass nun das Verhältnis mit der Bank Austria bzw. ihrer Mutter HVB "auf neue Beine gestellt wurde". Die Städtische hat von der BA-CA die Aktien an der CA-Versicherung und der Union Versicherung zum Preis von 75 Millionen Euro übernommen und wird damit Mehrheitseigentümerin. Gleichzeitig mit dem Deal fiel der Passus, dass die Städtische 2,5 Millionen HVB-Aktien halten muss, um Versicherungspartner der BA-CA zu bleiben. Nun gibt es wie in der EU üblich einen zehnjährigen Vertrag.

"Können über HVB-Aktien frei verfügen"

"Wir können über die HVB-Aktien also frei verfügen", sagte Geyer vor Journalisten. Seine bisher sechs Millionen HVB-Aktien kosteten die Versicherung bisher 180 Millionen Euro an Kursverlusten. Mittlerweile hat die Versicherung weitere zwei Millionen Stück zu einem Mischkurs von sechs bis zehn Euro dazugekauft, "sodass hier keine weiteren Wertberichtigungen mehr zu erwarten sind", betont Geyer. In Summe ist die Städtische mit 1,5 Prozent "fast Großaktionär" der HVB. Die Immobilienaktien der HVB, die Real Estate, hat die Städtische hingegen verkauft und dafür rund 20 Millionen Euro lukriert.

Geyer will heuer das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) in der AG zumindest auf Vorjahresniveau von 20 Millionen Euro halten, Wunschziel sind 30 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten betrug das EGT 15,6 Millionen Bei den Prämien erwartet der Städtische-Chef heuer einen Zuwachs "um die sieben Prozent" in der Gruppe. "Jeder dritte Prämien-Euro" komme damit aus dem Ausland. Die Städtische ist derzeit in 13 Ländern präsent. 2004 ist eine Niederlassung in der Slowakei für die Sach- und Lebensversicherung geplant. (DER STANDARD Printausgabe, 23.10.2003, Claudia Ruff)

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