USA: 200.000 in nordkoreanischen Arbeitslagern

23. Oktober 2003, 17:35
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Berichte über Folter, Zwangsabtreibungen und Hinrichtungen

Washington - In Nordkorea sind einem Menschenrechtsbericht zufolge bis zu 200.000 Menschen in Arbeits- und Folterlagern eingesperrt. Wie das US-Komitee für Menschenrechte in Nordkorea am Mittwoch in seinem Bericht "Der verborgene Gulag - Enthüllungen zu Nordkoreas Gefangenenlagern" darlegt, sind in den Camps Folter, Zwangsabtreibungen und Hinrichtungen an der Tagesordnung. Der Bericht wurde von einem früheren UN-Menschenrechtsexperten, David Hawk, zusammengestellt. Hawk dokumentierte in der Vergangenheit auch den Völkermord der Roten Khmer in Kambodscha und die Massaker in Ruanda. Das Nordkorea-Dossier basiert den Angaben zufolge auf Gesprächen mit geflohenen Ex-Sträflingen und Lagerwachen und ist mit Satellitenfotos angereichert.

Zwangsarbeit bis zum Tod

Für eine Inhaftierung in einem der Lager reichen dem Bericht zufolge schon kleinste Vergehen. So sei das Schicksal von Häftlingen bekannt, die nur wegen unachtsamen Umgangs mit Fotografien von Staatschef Kim Jong Il und dessen verstorbenen Vaters Kim Il Sung eingesperrt worden seien. Eine Frau habe einen südkoreanischen Popsong gesungen und sei deshalb inhaftiert worden. In den Lagern müssten tausende Gefangene bis zu ihrem Tod Zwangsarbeit verrichten.

Besonders erschütternd sind Berichte von Augenzeugen, die dem Bericht zufolge Zwangsabtreibungen und Kindestötungen mit ansehen mussten. Eine junge Frau, Choi Yong Hwa, musste demnach in einem Lager in Sinuiju an der chinesischen Grenze schwangere Frauen zu einem Militärkrankenhaus begleiten. Einer Frau sei ein Wehen auslösendes Mittel gespritzt worden. Der kurz darauf geborene Säugling sei mit einem nassen Handtuch erstickt worden. Kinder aus Mischehen mit Chinesen werden laut Bericht nicht geduldet und ermordet. Das Dossier lässt weitere Zeuginnen für Kindestötungen und Zwangsabtreibungen zu Wort kommen. (APA)

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