Atomic, Fischer & Co hoffen auf neue Kauflust

27. Oktober 2003, 10:21
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Österreichs Skiindustrie will wieder mehr Brettln verkaufen - Die Vorbestellungen in Österreich sind gut, im Ausland eher schwach - Mit Infografik

Wien - "Schnee, Schnee und nochmals Schnee, nach Möglichkeit noch vor Weihnachten." Das sei das Wichtigste für die Skiindustrie, sagte Hubert Steiner, Verkaufs- und Marketingleiter von Marktführer Atomic in Österreich und Slowenien, dem STANDARD.

Nach der konjunktur- und schneebedingt schwierigen Saison 2002/3 wollen Atomic, Fischer & Co heuer wieder durchstarten. Zumindest die Vorbestellungen für Österreich seien Erfolg versprechend. 408.000 Paar habe der Handel bisher von den Skierzeugern geordert, um 0,6 Prozent mehr als zum Vergleichszeitpunkt 2002. Auch bei Skischuhen zeigt der Trend laut Steiner leicht nach oben: 330.000 gegenüber 320.000 im Vorjahr; bei Skibindungen sei sogar eine Zunahme der Orders um zehn Prozent von 340.000 auf rund 375.000 Garnituren feststellbar.

Rückgang bei Langlaufskiern

Zurückhaltender ist der Handel bei Langlaufskiern. Statt 33.000 wurden bisher nur 29.500 Paar bestellt. Steiner: "Der Rückgang hat sicher damit zu tun, dass es im Vorjahr wegen Schneemangels bis Anfang Jänner kaum möglich war, langzulaufen."

Ob es in diesem Winter tatsächlich zu der von der Skiindustrie erhofften Trendwende kommt, hängt zu einem erheblichen Teil auch von der Nachfrage auf wichtigen Auslandsmärkten ab - allen voran Nordamerika und Japan. Nach USA und Kanada lieferte Österreichs Skiindustrie im Vorjahr rund 400.000 Paar Ski. Der Marktanteil der Österreicher auf dem größten Ski-Einzelmarkt lag bei knapp 40 Prozent.

Probleme in Japan

In Japan, wo Österreichs Skierzeuger noch vom Glanz eines Toni Seiler oder Karl Schranz zehren, ist der Markt nach Einschätzung des für die Skiindustrie zuständigen Fachverbands der Holzindustrie in der Wirtschaftskammer Österreich auf unter 500.000 Paar geschrumpft. Aus Österreich wurden dorthin zuletzt rund 265.000 Paar geliefert. Vermehrte Konkurrenz durch Billigski-Erzeuger aus China verschärfe die Verkaufsmöglichkeiten, heißt es.

Die letzte große Innovation, die den Skiabsatz weltweit angekurbelt hat, war der taillierte Ski. Das liegt aber fast zehn Jahre zurück. Steiner: "Eine Neuerfindung `a la Carver gibt es in dieser Saison nicht."

Die schwache Konjunktur und die generelle Kaufzurückhaltung ließ den Weltmarkt für "klassische" Alpinski im vorigen Winter um rund 300.000 Paar auf 4,2 Millionen Paar schrumpfen. Ein Drittel der Rückgänge ging allein auf das Konto von Japan. Insgesamt stellte Österreichs Skiindustrie im Vorjahr mit mehr als 3500 Mitarbeitern 2,87 Mio. Paar Alpinski her - Lizenzproduktionen für ausländische Marken eingerechnet. 2,4 Mio. Paar im Wert von 188 Mio. Euro wurden exportiert.

Hoffnungsmarkt Osteuropa

Als Hoffnungsmarkt gilt Osteuropa. Nach Ansicht des Fachverbandes sind dort in den kommenden Jahren zweistellige Zuwachsraten möglich. Von 266.000 nach Osteuropa exportierten Paar Ski ging etwa die Hälfte nach Tschechien. (DER STANDARD Printausgabe, 23.10.2003, Günther Strobl)

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