Deutsches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg vor Bergen entdeckt

27. Oktober 2003, 12:45
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Seine vermutliche Ladung: 65 bis 70 Tonnen Quecksilber

Oslo - Norwegische Marinespezialisten haben vor der Westküste bei Bergen ein versenktes deutsches U-Boot aus dem Zweiten Weltkrieg mit wahrscheinlich 65 bis 70 Tonnen Quecksilber an Bord entdeckt. Wie die Osloer Zeitung "Aftenposten" am Mittwoch berichtete, wurde die am 9. Februar 1945 versenkte U864 nach mehr als fünfjähriger Suche zwei Seemeilen westlich von Fejde im Hjeltefjord von Tauchern gefunden. Das U-Boot sei in zwei Teile zerbrochen, aber sonst gut erhalten, teilten Marinesprecher mit.

Alle etwa 50 Besatzungsmitglieder waren ums Leben gekommen, als U864 von dem britschen U-Boot "Venturer" angegriffen und versenkt wurde. Zur ungewöhnlichen Ladung gehörten den norwegischen Angaben zufolge 1857 gusseiserne Flaschen mit Quecksilber. Man müsse vermutlich etwas unternehmen, um ein späteres Auslaufen des Giftstoffes zu verhindern, erklärte ein Marinesprecher.

Das U-Boot war in der Schlussphase des Krieges auf einer Fahrt von Kiel nach Japan und sollte unter anderem Experten der Raketen- und Düsenflugzeug-Forschung nach Fernost bringen. Auch Teile der in der Entwicklung stehenden Flugzeuge Messerschmitt Me 163 und Me 262 sollen mitgeführt worden sein. (APA/dpa)

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