Österreichs Volksmusikszene hat ein Drogenproblem

23. Oktober 2003, 20:01
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U-Haft wegen Heroin und Kokainbesitz - Mysteriös verschwundenes Duo "Die Goiserer" sind wieder aufgetaucht

Linz/Würzburg - In der Volksmusikszene gibt es offenbar ein Drogenproblem. Allerdings nicht der übermäßige Alkoholkonsum bei diversen Scheunen-Veranstaltungen, sondern der Besitz von Rauschgift. Ein oberösterreichisches Volksmusikduo wurde in Deutschland deshalb verhaftet.

Der Fall ist einigermaßen dubios. "Die Goiserer" hatten sich am Samstag zum letzten Mal telefonisch aus Deutschland bei ihren Angehörigen gemeldet. Dann fehlte plötzlich jede Spur von ihnen. Die Eltern erstatteten Vermisstenanzeige, am Mittwoch konnte die oberösterreichische Sicherheitsdirektion die Suche abblasen. Die beiden Männer sitzen derzeit in Würzburg in U-Haft, stellte sich heraus.

Routinekontrolle

Vorgeworfen wird ihnen der Besitz von rund 50 Gramm Heroin und 27 Gramm Kokain, berichtet Wolfgang Glücker, Pressesprecher der Polizeidirektion Würzburg. "Die beiden sind Samstag gegen 22.45 Uhr bei einer Routinekontrolle auf einer Autobahnraststätte durchsucht worden, dabei wurde das Suchtgift entdeckt", schildert er.

Nach den Angaben der verdächtigen Musikanten hatten sie die Drogen in Holland gekauft, offenbar für den Eigenbedarf. Nach den deutschen Betäubungsmittelgesetzen, drohen ihnen angesichts der konfiszierten Menge nicht unter zwei Jahren Haft.

In Oberösterreich will man im Umkreis der Verdächtigen nun allerdings nicht nachbohren, erläutert Sicherheitsdirektor Alois Lißl. "Es wäre jetzt ohnehin schon zu spät", meint er. (moe, DER STANDARD Printausgabe 23.10.2003)

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