Wienerwald-Rettung in Sicht

26. Oktober 2003, 20:12
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Streit um die Markenrechte des insolventen Hendl-Kaisers soll diese Woche beendet werden

München - Das insolvente Traditionsunternehmen Wienerwald steht kurz vor der Rettung. Noch in dieser Woche wird nach Auskunft des Insolvenzverwalters Eckhart Müller-Heydenreich ein neuer Plan vorgelegt, der den Streit um die Markenrechte beenden könnte. Dieser Insolvenzplan sehe verbesserte Konditionen für die Gläubiger vor. „So kann ich ihn akzeptieren.“ In der zweiten Novemberhälfte werde in der Gläubigerversammlung über den Plan und damit die Rettung des Unternehmens abgestimmt. Zusätzlich soll ein neuer Investor den Ausbau der Gastronomiekette sichern.

Potentielle Investoren müssten nach Einschätzung des Insolvenzverwalters mehrere Mio. Euro mitbringen, um aus dem Wienerwald wieder eine Restaurantkette zu machen. „Das muss jemand sein, der stark ist“, sagte Müller-Heydenreich. „Es ist nicht damit getan, den Betrieb aufrechtzuerhalten.“ Er könne sich eine Brauerei als Investor vorstellen, nannte jedoch keinen Namen.

"Ein gewisser Charme"

Vielleicht bleibt der Wienerwald aber auch in der Familie des einstigen „Hendl-Königs“ Friedrich Jahn. „Es hat einen gewissen Charme, das Unternehmen zurückzuholen“, sagte dessen Schwiegersohn Günter Steinberg. Ob er bereit wäre, mehrere Mio. Euro in das Unternehmen zu investieren, ließ er offen. „Natürlich muss eine Beteiligung auch ein Geschäft sein.“

Auch ohne Investor erwirtschaftet der Wienerwald nach Auskunft des Insolvenzverwalters derzeit Gewinne. Bis Ende des Jahres würden im Zuge der Sanierung neun Lokale geschlossen. Sieben weitere seien bereits an Franchise-Nehmer übergeben worden. Zudem sei die Verwaltung drastisch verkleinert worden. Verwaltungsaufgaben seien extern vergeben worden, danach sollen neben Vorstand Alfons Buhr nur drei weitere Mitarbeiter in der Verwaltung tätig sein.

Insgesamt soll der Wienerwald nach der Sanierung vorerst in 12 bis 14 eigenen Lokalen 196 Mitarbeiter beschäftigen. Die Wienerwald AG (München) hatte im Juni wegen Zahlungsunfähigkeit Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. (APA)

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