Sars könnte im Winter wieder auftreten

24. Oktober 2003, 20:32
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Ärzte erörterten bei WHO-Treffen Maßnahmen gegen mögliche neue Epidemie

Genf - Gesundheitsexperten glauben, dass die Lungenentzündung Sars im Winter wieder auftreten könnte. Sie haben deshalb bei einem Treffen der Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf Maßnahmen besprochen, um eine mögliche neue Epidemie zu verhindern.

"Eine Mehrheit der Experten glaubt, dass die Möglichkeit groß ist, dass Sars wieder ausbricht", sagte Professor Joseph Sung von der Hongkong Universität. Auf Grund der bereits getroffenen Maßnahmen glaube er persönlich jedoch nicht an eine erneute Epidemie wie im vergangenen Frühling. Man müsse aber trotzdem sehr wachsam bleiben, sagte der Spezialist.

Überwachungsmechanismen

45 Experten aus der ganzen Welt untersuchen in dieser Woche in Genf die existierenden Überwachungsmechanismen und erarbeiten eine Prioritäten-Liste, um die Lücken im Informationssystem zu schließen. Sie diskutierten auch Möglichkeiten zur Verbesserung der Diagnose bei Patienten mit Fieber und Husten, um diese schneller von Sars-Fällen unterscheiden zu können. Die auf dem Markt erhältlichen Tests seien nicht immer genügend sicher und schnell, sagte Sung. Deren Verlässlichkeit liege zwischen 70 und 89 Prozent.

Die WHO will die Sicherheit in Labors verbessern, wo die Viren gelagert werden. Laut dem englischen Versammlungs-Präsidenten Angus Nicoll ließen die Normen in einigen Laboratorien zu wünschen übrig. Die WHO zeigte sich vor allem über Sicherheit in chinesischen Labors besorgt.

Die Spezialisten entschieden weiter, das Auftreten von Sars bei Tieren und dessen Übertragung auf die Menschen zu erforschen. Erste Untersuchungen seien bei infizierten Patienten der chinesischen Provinz Gunagdong durchgeführt worden.

Weltweit infizierten sich mehr als 8.000 Menschen an der gefährlichen Lungenkrankheit, mehr als 800 Patienten starben. Die Krankheit war gemäß WHO in China im November 2002 zum ersten Mal aufgetreten. (APA/sda)

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