EU schlägt befristeten Führerschein für alle vor

31. Oktober 2003, 19:49
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Weit reichende Änderungen bei der Umstellung auf die Plastikkarte geplant

Brüssel - Die EU-Kommission hat vorgeschlagen, dass neue Führerscheine nur mehr befristet vergeben werden sollen.

Durch die Erneuerung des Ausweises mit dem Foto werde die Möglichkeit für Betrug eingeschränkt. Während der Gültigkeitsdauer sollen Führerscheine in allen Mitgliedstaaten ohne weitere Bedingungen gültig sein, heißt es in einer Mitteilung der EU-Kommission vom Mittwoch. Über den Vorschlag müssen nun EU-Mitgliedsländer und EU-Parlament entscheiden.

Alte Führerscheine blieben unverändert

Alte Führerscheine blieben unverändert auf Lebenszeit gültig. Wer aber seinen Führerschein verliert oder stehlen lässt, hat Pech gehabt: Er bekäme einen neuen Führerschein, der dann befristet wäre. Motorrad und Pkw-Führerscheine sollen laut Vorschlag zehn Jahre gelten, ab einem Alter von 65 Jahren nur mehr fünf Jahre.

Führerscheine für Lkw und Busse sollen fünf Jahre gelten

Führerscheine für Lkw und Busse sollen fünf Jahre, ab 65 Jahren ein Jahr gelten. Ärztliche Prüfungen, auch Sehtests, werden beim Umtausch von der EU nicht vorgeschrieben, Mitgliedsländer können dies aber auf eigenen Wunsch einführen. Es soll auch verhindert werden, dass EU-Bürger, denen der Führerschein entzogen wurde, in einem anderen Mitgliedsland eine neue Fahrgenehmigung beantragen.

Weit reichende Änderungen

Die EU-Kommission schlägt auch sonst weit reichende Änderungen vor. So soll erst eine theoretische Prüfung das Fahren mit dem Moped erlauben, wobei als Mindestalter 16 gilt, für den nationalen Gebrauch (im Land der ausstellenden Behörde) könnte das Fahren mit Mopeds ab 14 erlaubt sein. Für Anhänger über 750 kg, auch wenn sie von Pkw gezogen werden, wird der E-Führerschein vorgeschrieben. Damit würde für "die meisten" Wohnwagen der E-Führerschein nötig. Wer bereits ab 18 den Führerschein für leichte Motorräder hatte, kann mit 21 die Führerscheinprüfung für schwere Maschinen ablegen. Ohne diese Vorerfahrung dürfte er erst ab 24 ein Motorrad lenken. Außerdem sollen für Fahrlehrer einheitliche Mindestanforderungen gelten.

EU-weit neue Führerscheine auf "Plastik"

Die EU-Kommission will EU-weit neue Führerscheine auf "Plastik" im Kreditkartenformat umstellen, allerdings sollen bereits vergebene Papier-Führerscheine nicht umgetauscht werden. Das würde einerseits zu hohen Kosten führen und andererseits in erworbene Rechte der Führerscheininhaber führen, begründet die EU-Kommission diese Vorgangsweise. Aber derzeit seien 80 verschiedene Führerscheinmodelle im Umlauf, viele davon seien nicht vor Betrug geschützt. Ein Mikrochip würde nicht zwingend vorgeschrieben, EU-Staaten die dies wünschen könnten aber einen vorsehen.

60 Prozent der EU-Bevölkerung oder 200 Mio. Menschen halten einen Führerschein, so die EU-Kommission. Auf Grund der unterschiedlichen Bestimmungen komme es derzeit zur Rechtsunsicherheit, wenn EU-Bürger zwischen Mitgliedsländern umziehen. (APA)

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    Alte Führerscheine blieben unverändert - wer seinen Führerschein jedoch verliert bekommt ebenso einen neuen Ausweis mit Befristung

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