Walrosse sind Rechtsflosser

25. Oktober 2003, 13:00
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Untersuchungen zeigen: Auch Tiere haben ihre bevorzugte "Arbeitshand"

Kopenhagen - Walrosse sind in der Mehrzahl Rechtshänder bzw. Rechtsflosser. Das behaupten dänische und schwedische Wissenschafter, die sich eingehend mit dem Verhalten der Meereskolosse vor der Südostküste Grönlands befasst haben. Die Studie wurde im Online-Magazin "BioMed Central" veröffentlicht.

Mitverfolgt

Die Forscher filmten die großen Meeressäuger vor allem beim Fressen und werteten anschließend die Aufzeichnungen systematisch aus. Walrosse suchen ihre Nahrung am Meeresboden, sie lieben Muscheln, die bis zu 40 Zentimeter in Schlamm und Sand eingegraben leben. Die Walrosse verwenden dabei verschiedene Methoden, um an die begehrten Leckerbissen zu kommen. So wird entweder mit den Flossen gegraben, mit der Schnauze gewühlt oder auch mit dem Maul ein Wasserstrahl erzeugt, der Material wegspült.

Am häufigsten, nämlich zu 66 Prozent, wird dabei die rechte vordere Flosse eingesetzt. In nur vier Prozent der Fälle gruben die Meeressäuger mit der linken Flosse. Die an wühlende Schweine erinnernde Schnauzenmethode verwendeten die Tiere in 29 Prozent der Fälle und die Wasserstrahl-Methode in einem Prozent.

Anatomische Bestätigung

Eine anatomische Untersuchung an den Gliedmaßen von Walross-Skeletten bestätigte die Ergebnisse: Wie auch Menschen in ihrem bevorzugten Arm längere Knochen haben, sind bei den Walrössern meist Schulter-, Ober- und Unterarmknochen auf der rechten Seite länger als auf der linken. (APA)

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