Der Raumrubel rollt weiter

27. Oktober 2003, 17:48
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Moskau bestreitet Finanzkrise und kritisiert Raumfahrtkonzern Energija: "Konstrukteure und Betreiber können nie genug bekommen"

Moskau - Die russische Regierung hat den vom Raumfahrtkonzern Energija angedrohten Ausstieg aus der Internationalen Raumstation ISS wegen Finanzsorgen kritisiert. "Konstrukteure und Betreiber können nie genug bekommen, das ist offensichtlich", sagte Vize-Regierungschef Boris Aljoschin am Mittwoch in Moskau. Der Energija-Konzern hatte ausstehende Zahlungen der Regierung für gebaute Raumschiffe beklagt und einen Ausstieg aus dem ISS-Programm nicht ausgeschlossen.

Zeitgleich mit dem Eintreffen der achten Langzeitbesatzung auf der ISS sprach die Energija-Führung am Montag von einer "katastrophalen Finanzlage" in der russischen Raumfahrt. Das sei falsch, erwiderte der für Industriepolitik zuständige Aljoschin. Die Regierung widme sich besonders intensiv der Raumfahrt.

Nach dem Absturz der US-Raumfähre Columbia im Februar dürfen bis auf weiteres nur noch russische Raumschiffe die ISS anfliegen. Die Finanzierung dieser Flüge ist aber unsicher. Ein für November geplanter Versorgungsflug war bereits gestrichen worden. Die russische Raumfahrtindustrie kritisiert auch die USA wegen angeblich ausbleibender Zahlungen für den Bau neuer Raumschiffe. (APA/dpa)

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