Neue Umfrage sieht Haider gestärkt

27. Oktober 2003, 19:08
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Mehrheit glaubt an vorzeitiges Regierungs- Ende - VP-Van Staa: "Um keinen Deut stabiler"

Wien - Kaum jemand glaubt an die Koalition, viele aber an den steigenden Einfluss des freiheitlichen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. Das geht aus einer neuen Umfrage (Sample 400 Telefoninterviews) für das am Donnerstag erscheinende "News" hervor. Demnach sehen 57 Prozent der Befragten den Einfluss Haiders gestiegen, nachdem Infrastrukturminister Hubert Gorbach (F) neuer Vizekanzler geworden ist. Von den ÖVP-Wählern waren es 58 Prozent. Die Frage, ob die Koalition bis zum Ende der Legislaturperiode halten wird, verneinten 58 Prozent insgesamt, auch 58 Prozent der FPÖ-Wähler.

Gorbach wird es in der Regierung nicht leicht haben, geht aus der Umfrage weiters hervor. Nur 28 Prozent der Befragten glauben, er werde sich gegen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (V) durchsetzen können. Gar nur 17 Prozent geben Gorbach eine Chance gegen Haider. Die Sonntagsfrage bringt für die FPÖ nur noch sieben (minus eins) Prozent Zustimmung, für die SPÖ 43 (plus zwei), die ÖVP 36 (minus zwei) und die Grünen 13 Prozent (plus eins).

Sollte der Bundeskanzler direkt gewählt werden können, käme Schüssel auf 33 Prozent (minus zwei), Alfred Gusenbauer (S) auf 23 Prozent (minus fünf), Alexander Van der Bellen (G) erhielte 16 (plus eins) und Gorbach fünf Prozent.

Van Staa: Instabilität bleibt

Als nach wie vor instabil bezeichnet der Tiroler Landeshauptmann Herwig van Staa die Koalition. "Es ist eingetreten, was ich befürchtet habe - die Instabilität des Partners, die verwirrend raschen und häufigen Wechsel irritieren die Wähler, zum Glück noch - mit Betonung auf noch - nicht die der ÖVP", wird er in "News" zitiert. Die Regierung sei "um keinen Deut" stabiler geworden. "Wenn Gorbach nicht mehr mit Haider kann, ist mit ihm der letzte vorzeigbare FP-Politiker dahin. Die Zahl der anerkannten FP-Politiker ist praktisch auf Null reduziert worden. Wenn auch noch Gorbach scheitert, und ich glaube, dass die Gefahr nach den Kärntner Wahlen am 7. März 2004 hoch ist, wüsste ich wirklich nicht, wer ihm nachfolgen sollte." (APA)

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