Östereicher mit Urlaubsfrust

22. Oktober 2003, 16:54
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2004 sind deutlich weniger Reisen geplant - Vor allem Pensionisten wollen beim Urlaub sparen

Wien - Auf Urlaub wollen immer mehr Österreicher verzichten. Die Reisezurückhaltung sei so stark ausgeprägt wie lange nicht mehr. Dies ergab eine repräsentative Befragung des Ludwig Boltzmann Instituts im September für das aktuelle Reisebarometer. Nur 45 Prozent der Befragten hegen demnach konkrete Urlaubs-Pläne im Gegensatz zu 55 Prozent ein Jahr zuvor. Keine Reise in den kommenden 12 Monaten planten dagegen 43 Prozent der Österreicher und Österreicherinnen. Im Oktober 2002 lag der Anteil der Reisemuffel bei 32 Prozent."Die Sparabsichten der Österreicher und Österreicherinnen erreichen offensichtlich einen ersten Höhepunkt", heißt es in der Studie.

Regional sei der Spardrang beim Urlaub aber unterschiedlich ausgeprägt. Die stärkste Zurückhaltung sei bei den Kärntnern und den Steirern zu spüren, wo nur 37 Prozent Befragten Ferienpläne hegen. Im Oktober 2003 waren es dort noch 54 Prozent. Auch in Oberösterreich gibt es laut Studie mit 40 Prozent heuer weniger Reiselustige (53 Prozent), gefolgt von Niederösterreich und Burgenland mit 42 Prozent (54 Prozent) sowie Salzburg, Tirol und Vorarlberg mit 47 Prozent (52 Prozent). Die meisten Reisepläne schmieden mit großen Abstand erneut die Wiener - 58 Prozent (64 Prozent) der Befragten wollen in den nächsten zwölf Monaten in den Urlaub fahren, heißt es in der Studie.

Pensionisten bleiben zu Hause

Den österreichischen Pensionisten scheint die Diskussion um ihre Rente die Lust am Reisen zu verderben. Mehr als ein Drittel weniger als im vergangenen Herbst plane zu verreisen. Nur noch 28 Prozent der befragten Pensionisten wollen eine Reise in den kommenden 12 Monaten unternehmen. Im vergangenen Oktober waren es noch 44 Prozent. "Es ist eine paradoxe Entwicklung, dass diese potenzielle Zielgruppe der Tourismusbranche stetig wächst, durch die sinkende Kaufkraft Senioren aber insgesamt immer seltener verreisen", heißt es weiter.

Angestellte und Beamte planten ebenfalls, ihre Urlaubspläne einzuschränken. 59 Prozent von ihnen wolle 2004 verreisen. Im Oktober vergangenen Jahres waren es noch 72 Prozent. Dies zeige, dass der Mittelstand derzeit von den Einsparungen besonders betroffen sei. Bei den Facharbeitern sei der Rückgang mit acht Prozentpunkten vergleichsweise geringer.

Männer weiterhin reiselustiger als Frauen

An der grundsätzlichen Verteilung der Reisehäufigkeit unter den einzelnen Gruppen hat sich laut Studie wenig verändert: Angestellte und Beamte wollten nach wie vor am häufigsten verreisen (59 Prozent), gefolgt von Facharbeitern (40 Prozent) und Pensionisten (28 Prozent).

Bei einem Vergleich der Reiselust zwischen den Geschlechtern, gelten Männer laut Reisebarometer etwas reisefreudiger als Frauen. Ein Viertel weniger Frauen als Männer planten, in den nächsten 12 Monaten zu verreisen. Die Reiselust der Frauen ist um ein Viertel gesunken, nur noch 38 Prozent (52 Prozent) gaben im September 2003 an, Urlaubspläne zu schmieden. Bei den Männern waren es 51 Prozent (59 Prozent).(APA)

  • Immer mehr Österreicher wollen auf den wohlverdienten Urlaub verzichten
    foto: epa/utrecht

    Immer mehr Österreicher wollen auf den wohlverdienten Urlaub verzichten

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