Mehr Cannabis weniger Heroin

23. Oktober 2003, 21:09
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Konsum hat sich verschoben: Abhängigkeit von "harten" Drogen zurückgegangen - Verbrauch von Amphetaminen gestiegen

Straßburg - Steigender Cannabis-Konsum. Relativ hoher Konsum von Amphetaminen und Ecstasy. Eine vergleichsweise geringe Zahl von Menschen, die Suchtgift injizieren bzw. dauernd Opiate, Kokain oder Amphetamine einnehmen.

Keine dramatischen Veränderungen

Das sind die Kernpunkte des Jahresberichtes 2003 der "Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht" (EMCDDA), der am Mittwoch, in Straßburg veröffentlicht wird. Dramatische Änderungen im Vergleich zum Vorjahr sind nicht registriert worden.

Cannabis wird am häufigsten konsumiert

Obwohl in der Öffentlichkeit zumeist Heroin und Kokain im Mittelpunkt der Diskussionen rund um Suchtgifte stehen, widmen sich die Drogenkonsumenten in der EU und in Norwegen zum überwiegenden Teil anderen Substanzen: "Nach wie vor ist Cannabis die am häufigsten konsumierte Droge in Europa, wobei zahlreiche Länder die Lebenszeitprävalenz (Einnahme innerhalb der bisherigen Lebensspanne, Anm.) mit über 20 Prozent der Allgemeinbevölkerung angeben. (...) Indikatoren deuten auf einen Anstieg des Cannabiskonsums in der gesamten EU hin, (...)".

Regelmäßiger Cannabiskonsum ist niedrig

Allerdings, auch wenn einer von fünf Erwachsenen in Europa bereits zumindest ein Mal "gekifft" hat, heißt es in dem Report: "An der Allgemeinbevölkerung gemessen, ist die Zahl der Personen, die Cannabis regelmäßig konsumieren, niedrig (weniger als ein Prozent), obschon unter Jugendlichen, insbesondere jungen Männern, höhere Raten des regelmäßigen Konsums zu beobachten sind."

Therapien wegen Cannabis-Gebrauchs haben zugenommen

Auf der anderen Seite - so die Experten der Beobachtungsstelle mit Sitz in Lissabon - nimmt die Nachfrage nach Therapien wegen Cannabis-Gebrauchs zu und: "Nach wie vor ist Europa weltweit der größte Markt für Cannabisharz."

Amphetamine und Ecstasy weiterhin aktuell

Amphetamine und Ecstasy: "In Europa werden auch weiterhin Amphetamine und Ecstasy in großem Umfang hergestellt und konsumiert, während Methamphetamin keine Rolle spielt. An zweiter Stelle nach Cannabis (...) stehen Ecstasy oder Amphetamine, deren Lebenszeitprävalenz unter der erwachsenen Bevölkerung im Allgemeinen zwischen 0,5 und fünf Prozent liegt."

Crack spielt in Europa kaum eine Rolle

Laut verschiedenen Erhebungen dürfte in Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Spanien und in den Niederlanden der Kokainkonsum etwas zunehmen. Crack spielt in Europa praktisch kaum eine Rolle.

Zahl der problematischen Drogenkonsumneten ist gering

Problematischer Drogenkonsum ist natürlich für den Abhängigen am risikoreichsten. Darunter wird "injizierender Drogenkonsum oder andauernder/regelmäßiger Konsum von Opiaten, Kokain und/oder Amphetaminen" verstanden. Die Fachleute: "Zwar ist die Zahl der problematischen Drogenkonsumenten insgesamt niedrig, doch ist ihr Anteil an den sich aus dem Drogenkonsum ergebenden gesundheitlichen und sozialen Problemen unverhältnismäßig groß." (APA)

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    Cannabis wird am häufigsten konsumiert

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