Alzheimer und Parkinson: Ein Gen entscheidet

22. Oktober 2003, 15:00
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Forscher durchforsteten Erbgut mittels genomischer Konvergenz

Durham - Forschern des Duke University Medical Center ist es gelungen, mit GSTO1 jenes Gen zu identifizieren, das einen entscheidenden Einfluss auf das Alter hat, in dem Patienten erste Anzeichen von Alzheimer und Parkinson zeigen. Durch das vom Team entwickelte Verfahren der genomischen Kovergenz gelang es, den in Frage kommenden chromosomalen Bereich zuerst auf vier und schließlich auf ein Gen einzuengen. Medikamente, die das Einsetzen der Krankheit über die menschliche Lebenserwartung hinaus verzögern, könnten in Zukunft zu erfolgreichen Behandlungsalternativen werden.

Die Forscher nutzten für die genomische Konvergenz drei voneinander unabhängige Linien genetischer Hinweise zur Identifizierung der entscheidenden Gene. Zuerst konzentrierte sich das Team auf Alzheimer. Die Wissenschaftler verglichen die Aktivität der Gene im Hippocampus von gesunden Versuchsteilnehmern und Alzheimerpatienten. Mit GSTO1 wurden vier Gene in jener Genomregion identifiziert, die in früheren Forschungen mit dem Ausbruchsalter in Verbindung gebracht worden war. Bei weiteren Analysen der Daten von 1.773 Alzheimerpatienten und 635 Parkinsonpatienten zeigte sich, dass nur GSTO1 die entscheidenden genetischen Unterschiede aufwies.

Generell werden Alzheimer und Parkinson als zwei sehr unterschiedliche Krankheiten angesehen. Die aktuelle Studie betont laut Jeffery Vance die Ähnlichkeit der beiden Krankheiten durch die Identifizierung eines Gens, das ihren Ausbruch beeinflusst. Die Ergebnisse der Studie werden im Dezember in "Human Molecular Genetics" veröffentlicht. Das Team präsentiert erste Ergebnisse auf der jährlichen Konferenz der American Society for Human Genetics, die von 4. bis 8. November 2003 in Los Angeles stattfinden wird. (pte)

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