OMV investiert massiv in Pakistan

24. Oktober 2003, 18:38
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Startschuss für neues Gasfeld im Industal - 265 Millionen Dollar Gesamtinvestition - Größtes Projekt in der Geschichte des Konzerns

Sawan/Karachi - Mit der Aufnahme der Vollproduktion in einem neuen Feld etwa 500 km nördlich von Karachi ist die OMV zum größten internationalen Gasproduzenten Pakistans geworden. Das im Industal gelegene Sawan ist die bisher größte Entwicklung eines Erdgasfeldes in der Geschichte des Konzerns, sagte OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer bei der Eröffnung am Mittwoch. "Wir werden noch viel in die Wege leiten", versprach Ruttenstorfer

Während man sich bei Tankstellen und Raffinerie auf Mitteleuropa konzentriert, verfolgt die OMV bei Exploration und Förderung eine globale Strategie. Zusammen mit der Ausbeute aus einem zweiten, etwas weiter nördlich gelegenen größeren Vorkommen produziert die OMV Pakistan damit eine Gasmenge, die etwa drei Viertel des österreichischen Bedarfs entspricht.

Internationales Konsortium

Die Lagerstätte in Sawan wird täglich etwa neun Mio. Kubikmeter liefern, etwa die Hälfte davon wird schon seit Produktionsstart im Juni erzeugt. Die kommerziell nutzbaren Reserven in Sawan werden auf etwa 45 Mrd. Kubikmeter geschätzt. Das am Mittwoch vom Gouverneur der pakistanischen Provinz Sindh, Ishrat-ul-Abad, eröffnete Feld wird von einem internationalen Konsortium ausgebeutet, für das die OMV die Förderung durchführt. Vom Kapitaleinsatz her ist die OMV mit knapp 20 Prozent lediglich der viertgrößte Partner. Beteiligt ist u.a. auch der italienische Energiekonzern ENI.

Die Gesamtinvestition in das 1998 gefundene Gasvorkommen beläuft sich auf rund 265 Mio. Dollar (228 Mio. Euro), die OMV trug entsprechend ihrem Anteil etwa 50 Mio. Dollar dazu bei. Das Unternehmen ist seit 1990 in Pakistan aktiv und hat in dem asiatischen Land seither etwa 150 Mio. Euro investiert. Neben Sawan ist die OMV u.a. im nahegelegenen Gasfeld Miano tätig und betreibt eine Verarbeitungsanlage im benachbarten Kadanwari. Insgesamt verfügt die OMV über acht Lizenzen, an fünf Orten ist sie als Betriebsführer tätig.

Niedrige Förderkosten

Wegen der schnellen Entwicklung und der Ergiebigkeit der relativ wenigen Bohrlöcher sollen die Förderkosten in Sawan "zu den niedrigsten des Landes" gehören, sagt OMV-Landesmanager Werner Ladwein. Die OMV ist in Pakistan heute für die Produktion von rund 100.000 Fass-Äquivalenten Erdgas verantwortlich.

Tatsächlich können der OMV aber lediglich 18.000 Fass zugerechnet werden, der Rest entfällt auf die unterschiedlichen Partner in den Konsortien. Mittelfristig will das Unternehmen diesen Output auf etwa 30.000 Fass pro Tag steigern, sagt Ruttenstorfer. Dies sei eine Art "kritische Größe" für eine Kernregion in der Erdgaserzeugung. Viel stärker wolle man sich dann freilich nicht engagieren: "Es wäre nicht klug, alle Eier in einen Korb zu legen."

Nicht in Frage kommt etwa die Beteiligung der OMV an der zur Privatisierung stehenden staatlichen Erdgasgesellschaft OGDC, sagt der für E+P zuständige OMV-Vorstand Helmut Langanger. Die staatliche Gesellschaft müsse vom neuen Eigentümer stark umstrukturiert werden, "das wollen wir uns nicht antun." Als Favorit für die OGDC gilt die malaysische Petronas. (APA)

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OMV

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    Die Gasaufbereitungsanlage Sawan in Pakistan

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