Österreichs Skiindustrie kämpft mit Rückgängen

22. Oktober 2003, 19:17
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Weltweite Spitzenstellung behauptet - Hoffnungsmarkt Osteuropa

Wien - Die österreichische Skiindustrie hat in der Saison 2002/2003 in einem schwierigen Marktumfeld Rückgänge verzeichnen müssen, dennoch aber ihre Spitzenposition verteidigen können. Die schwache Konjunktur und die generelle Kaufzurückhaltung ließ den Weltmarkt für "klassische" Ski um etwa 300.000 auf 4,2 Millionen Paar schrumpfen. Für das Minus von rund 7 Prozent war auch der späte Saisonstart mit Schneefällen erst im Jänner mitverantwortlich, teilte der Fachverband der Holzindustrie in der Wirtschaftskammer (WKÖ) am Mittwoch mit. Ein Drittel der Rückgänge geht laut Fachverband allein auf das Konto von Japan.

In den Kernmärkten Deutschland und Österreich sank der Absatz um fünf Prozent, die angepeilte Absatzmenge von 550.000 abgesetzten Paar wurde damit nicht ganz erreicht. Insgesamt wurden 2002 in Österreich 2,87 Mio. Paar Alpinski hergestellt, was um 7,5 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahres liegt, die heimischen Lizenzproduktionen für ausländische Marken eingerechnet. Der Anteil von Ski "Made in Austria" dürfte weltweit bei 60 Prozent liegen. 2,4 Mio. Paar Ski im Wert von 188 Mio. Euro gingen in den Export, gegenüber dem Jahr davor ein Minus von 2,4 Prozent (Menge) bzw. 1,4 Prozent (Wert).

Nordamerika Größter Einzelmarkt

Größter Einzelmarkt war neuerlich Nordamerika mit einem Volumen von mehr als einer Million Paar. Österreich lieferte im Vorjahr 400.000 Paar (+6,9 Prozent) nach Nordamerika. Für Deutschland und Österreich, die jährlich gut eine halbe Millione Paar Ski absetzen, sind die Vorbestellungen bisher stagnierend bis leicht rückläufig. Ob dieses Volumen gehalten werden kann, hängt nach Einschätzung der Skifirmen vor allem von der Schneelage ab.

Als Hoffnungsmarkt gilt Osteuropa. Stark entwickeln sich vor allem Tschechien und Polen, die eigene Skigebiete haben, auch Russland wird als Absatzgebiet immer interessanter. Laut Fachverband sind dort in den nächsten Jahren zweistellige Zuwachsraten möglich. Von 266.000 nach Osteuropa exportierten Paar Ski ging die Hälfte nach Tschechien.

Japanischer Markt schrumpft

In Japan dürfte der Markt mittlerweile auf unter 500.000 Paar geschrumpft sein. Der Österreich-Export betrug 2002 rund 265.000 Paar. Zusätzliche Konkurrenz gibt es dort durch Billig-Ski aus China.

Die heimische Ski-Industrie beschäftigt mehr als 3.500 Menschen. Während manche Fertigungsstufen nach Osteuropa - Ukraine, Tschechien, Bulgarien - verlegt wurden, sind die Endstufen, Forschung und Entwicklung noch in Österreich.

Aufschwung bei Skischuhen

Im Vorjahr gab es auch bei Skischuhen einen Aufschwung. Die Preise haben in den letzten Jahren bedingt durch die zahlreichen Innovationen leicht angezogen, was durch höhere Qualität gerechtfertigt sei.

Der Langlaufmarkt sei stark von der positiven Entwicklung in Skandinavien abhängig, wo 50 Prozent der produzierten 1,2 Millionen Paar abgesetzt werden. Heimische Erzeuger haben konnten ihre dominierende Stellung dank eines langen Winters in Nordeuropa behaupten. Kürzere Langlaufski sollen auch in Mitteleuropa neue Kundenschichten ansprechen.

Bei Snowboards gibt es eine geteilte Entwicklung: Während die Altersgruppe der 25-35-Jährigen vor allem in Europa durch die neue Ski-Generation wieder zum Carven zurückgekehrt ist, werden in den USA mit Boards neue Zielgruppe angesprochen, die großteils nie alpin Ski gefahren sind. Das US-Geschäft läuft gut, in Japan ist es dagegen rückläufig. Der Weltmarkt stagniert bei etwa 1,2 Mio. Brettern. Wegen neuer Billigproduktionen in China ist es zu einem Preisverfall gekommen.(APA)

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