Nationalmuseum hofft auf Spenden

23. Oktober 2003, 15:40
1 Posting

Direktor macht Amerikaner für mangelnden Schutz verantwortlich

Bagdad - Kurz vor der Geberkonferenz in Madrid zum Wiederaufbau des Iraks hat nun auch eine bedeutende Kulturstätte ihre Ansprüche auf Unterstützung angemeldet. "Wir brauchen Spenden, und deshalb werden wir dies auch zum Thema der Konferenz machen", sagt der Direktor des irakischen Nationalmuseums, Donny George. Das im April nach dem Sturz von Präsident Saddam Hussein zu großen Teilen geplünderte Haus solle mit der in Madrid erhofften Hilfe ein "großartiges Museum" werden, "mit bester Beleuchtung, Ausstellungsstücken und Personal". Bisher erhält das Museum finanzielle Unterstützung vom US-Außenministerium und der UN-Kulturorganisation UNESCO.

Wiedergutmachung

George ist sicher, insbesondere von den USA nicht im Stich gelassen zu werden. "Wir machen die Amerikaner dafür verantwortlich, dass sie das Museum entgegen ihrer Versprechen vor dem Krieg nicht genug geschützt haben", stellt der Direktor klar. "Aber jetzt scheint es so, als wollten sie das mit ihrer Hilfe wieder gut machen." So solle das künftige Personal in den USA, aber auch in Frankreich und Großbritannien ausgebildet werden.

Vertreter von 58 Staaten treffen sich am Donnerstag und Freitag in Madrid zur ersten internationalen Geberkonferenz für den Irak. Das irakische Nationalmuseum hatte im April durch Plünderungen rund 14.000 zum Teil wertvolle, jahrtausendealte Exponate verloren. Mehr als 4000 Ausstellungsstücke wurden bisher weltweit wieder aufgespürt. (APA)

  • Das Museum wurde beim Angriff auf Bagdad schwer in Mitleidenschaft gezogen

    Das Museum wurde beim Angriff auf Bagdad schwer in Mitleidenschaft gezogen

Share if you care.