Scotland Yard fahndet nach Computer-Hackern

16. Jänner 2000, 18:37

Sollen in Netze von mindestens zwölf multinationalen Firmen eingedrungen sein - Fordern Erpressungsgeld - Kreditkartenfirma Visa betroffen

London - Die britische Polizei ermittelt gegen eine Gruppe von Hackern, die in Computersysteme von mindestens zwölf multinationalen Firmen eingedrungen und Erpressungsgeld in Höhe von insgesamt zehn Millionen Pfund (16,1 Mill. Euro/221 Mill. S) gefordert haben sollen. Scotland Yard bestätigte am Sonntag Berichte, wonach das Kreditkarten-Unternehmen Visa im Mittelpunkt der Untersuchungen steht. Es habe aber noch keine Festnahmen gegeben.

Computer-Piraten seien im Juli 1999 in das Visa-System eingedrungen, sagte Russ Yarrow, ein Sprecher der Firma, der "Sunday Times." Eine Geldforderung sei im Dezember telefonisch und per E-Mail gestellt worden. Visa hat weltweit 800 Millionen Kreditkunden. Den Hackern soll es gelungen sein, wertvolle Quellencodes zu "stehlen", schrieb die Zeitung.

Ausgereifte Technik

Bei den Nachforschungen auf der Grundlage des Gesetzes gegen Computermissbrauch stieß die Polizei den Berichten zufolge auf einen 20-jährigen schottischen Informatik-Studenten. In seinem Haus wurden Ausrüstungen und Materialien beschlagnahmt.

Ein Ermittler sprach gegenüber der "Sunday Times" von der "bisher schwersten systematischen Verletzung der Sicherheitssysteme" von Firmen in Großbritannien. "Die Gruppe bedient sich einer sehr ausgereiften Technik und tauscht Informationen über E-Mail und den Internet-Chat aus", sagte der Experte. (APA/dpa)

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