Colin Powell fordert Frieden im Sudan

23. Oktober 2003, 11:02
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Verhandlungen weit fortgeschritten

Nairobi/Wien - "Lasst es uns fertig machen, draufsteigen, einen Gang höher schalten, wir dürfen diese Chance nicht verpassen", drängte ein forscher US-Außenminister Colin Powell am Dienstag bei seiner Ankunft in Kenia. Powell will ein Friedensabkommen zwischen der sudanesischen Regierung in Khartum und den Rebellen der SPLA finalisieren, die in der kenianischen Stadt Naivasha konferieren. Kenias Außenminister Kalonzo Musyoka deutete an, dass Powell einer Vertragsunterzeichnung beiwohnen könnte.

Vor zwei Wochen hatte die neue Verhandlungsrunde begonnen: Es geht um die Verteilung von Macht und Posten. Die Gespräche sind weit fortgeschritten, wird kolportiert. Powell soll nun die letzten strittigen Punkte klären helfen. Als Druckmittel hat Powell vor allem die Aussicht auf Aufhebung der US-Wirtschaftssanktionen gegen den Sudan in der Hand. Der sudanesische Präsident Omar el Bashir bekräftigte, seine Regierung sei ernsthaft an einem umfassenden, dauerhaften Frieden interessiert. Auch Rebellenchef John Garang erklärte, er wollen den am längsten dauernden Bürgerkrieg Afrikas beenden.

Regierung und Rebellen hatten sich in den vergangenen Monaten bereits auf einen Waffenstillstand und eine sechsjährige Übergangsperiode geeinigt, an deren Ende die Bevölkerung des Südens entscheiden soll, ob sie dem Staat weiter angehören will. Ungeklärt ist auch die Kontrolle über die Bodenschätze, insbesondere der Ölvorkommen. In dem seit 1983 dauernden Konflikt starben rund zwei Millionen Menschen, die meisten davon durch Hunger und Seuchen, die der Krieg mit sich brachte. (Gerhard Plott/DER STANDARD, Printausgabe, 22.10.2003)

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