Fußfessel für Schulschwänzer?

22. Oktober 2003, 15:20
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Brandenburgs Innenminister, der Ex-General Schönbohm, will die Gesellschaft vor "extrem kriminellen" Jugendlichen schützen

Hamburg - Innenpolitiker von CDU und CSU haben sich dafür ausgesprochen, kriminelle Schulschwänzer in Deutschland künftig mit der so genannten elektronischen Fußfessel zu überwachen. Der brandenburgische Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) verwies in der "Bild"-Zeitung darauf, dass bereits jeder dritte Schulschwänzer Straftaten begehe.

Die elektronische Fußfessel könne "eine vorbeugende wie abschreckende Möglichkeit sein, um die Gesellschaft vor extrem kriminellen Schulschwänzern zu schützen. Und diese vor sich selbst", sagte der ehemalige Bundeswehrgeneral Schönbohm. Auch der Innenexperte der CSU im Bundestag, Norbert Geis, unterstützt den Vorschlag: "Wir sollten darüber nachdenken", sagte er der Zeitung.

"Blanker Unsinn"

Niedersachsens Kultusminister Bernd Busemann (CDU) hat den Vorschlag von Parteifreunden, kriminelle Schulschwänzer künftig mit einer elektronischen Fußfessel zu überwachen, als "blanken Unsinn" bezeichnet. "Ich bin entsetzt und verwahre mich dagegen, dass der Einsatz von elektronischen Fußfesseln im Zusammenhang mit Schule überhaupt in Erwägung gezogen wird", sagte Busemann am Dienstag. (APA)

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    Ex-General Jörg Schönbohm (CDU): Jeder dritte Schulschwänzer begeht Straftaten

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