Sprachstörungen bei einem Viertel der Volksschüler

21. Oktober 2003, 17:00
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Präsentation des Qualitätshandbuchs für Sprachheillehrer in Vorarlberg

Bregenz - Internationale Untersuchungen zeigten, dass etwa 25 Prozent aller Pflichtschüler Sprachauffälligkeiten aufweisen, z.B. Störungen der Aussprache, Dysgrammatismus oder Redeflussstörungen. An den Vorarlberger Volksschulen und Sonderpädagogischen Zentren werden seit gut zwei Jahrzehnten Sprachheilbehandlungen mit dem Ziel angeboten, solche Auffälligkeiten zu beheben bzw. zumindest eine Verbesserung der Sprache zu erreichen und dadurch die Freude an der mündlichen Kommunikation zu fördern.

Das hat Landesschulratspräsident und Schul-Landesrat Siegi Stemer (V) am gestrigen Montag bei der Präsentation des Qualitätshandbuchs für Sprachheillehrer bekannt gegeben. Durch mediale Einweg-Kommunikation bei Fernsehen, Video und PC verarme oftmals die Sprache. Derzeit sind in dem Bundesland rund 100 aktive Sprachheillehrerinnen und -lehrer tätig.

Das Handbuch ...

Mit pädagogischen Themenschwerpunkten will der Landesschulrat Vorarlberg laut Stemer wichtige gesellschaftliche Anliegen ins Blickfeld rücken. Das laufende Schuljahr stehe im Zeichen der Sprache und des Umgangs mit dem "gesprochenen Wort". Sichtbares Zeichen dieses Anliegens ist ein neues Qualitätshandbuch für Sprachheillehrer. Sprechen und Sprecherziehung, so Stemer, sind in allen Schultypen und Schulstufen Elemente des Unterrichts. Darüber hinaus werden Lehrer und Schüler ersucht, sich in speziellen Projekten mit dem gesprochenen Wort zu befassen: "Die Muttersprache ist wesentliche Grundlage für jedes Lernen".

Neben dem Spracherwerb und der Pflege des Hochdeutschen wird im laufenden Schwerpunktjahr 2003/04 auf Kommunikationskompetenz ("denken, reden, handeln"), Rhetorik, Sprache als künstlerischer Ausdruck und Sprechtechnik besonderer Wert gelegt.

... als Arbeitsgrundlage

Mit dem neuen Qualitätshandbuch wurde eine Arbeitsunterlage geschaffen, die gemeinsame Richtlinien für die Sprachheilbehandlung festlegt. Laut Andrea Tiesler vom Leitungsteam wird damit auch die für eine erfolgreiche Behandlung wichtige Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrpersonen und anderen Fachdiensten bzw. Ärzten weiter verbessert. (APA)

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