Malaysia: Regierungschef verteidigt antisemitische Statements

22. Oktober 2003, 16:27
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Mahathir: "Reaktionen zeigen, dass die Juden die Welt kontrollieren"

Bangkok - Trotz der heftigen Kritik an seinen antisemitischen Äußerungen hat der malaysische Ministerpräsident Mahathir Mohamed seine negative Meinung über Juden noch einmal öffentlich verteidigt. Die Reaktionen auf seine Rede zeigten, dass die Juden "die Welt kontrollieren", sagte Mahathir in einem Interview mit der thailändischen Zeitung "Bangkok Post" (Dienstagausgabe). "Israel ist ein kleines Land. Es gibt nicht viele Juden auf der Welt. Aber sie sind so arrogant, dass sie sich über die ganze Welt hinwegsetzen."

Mahathir warf den westlichen Medien zugleich vor, nur die Äußerung, die Juden beherrschten die Welt, aus seiner Rede zitiert zu haben. Dabei habe er jegliche Gewalt verurteilt, "sogar die Selbstmordattentate". Tenor seiner Rede sei gewesen, dass der Gewalt ein Ende gesetzt werden müsse. "Nun ja, die Reaktion der Welt zeigt, dass sie (die Juden) die Welt kontrollieren", sagte Mahathir. Viele westliche Zeitungen seien im Besitz von Juden, die "nur diesen Blickwinkel" sehen würden und damit einen großen Einfluss hätten. Moslems würden dabei stets als Terroristen, unvernünftige und unfähige Menschen dargestellt.

Israel und westliche Regierungen, darunter auch die EU, hatten scharf gegen Mahathirs anti-jüdische Äußerungen protestiert. Dieser hatte am Donnerstag auf dem Gipfeltreffen der Organisation der Islamischen Konferenz (OIC) unter anderem von einer "Weltherrschaft der Juden" gesprochen. "Die Europäer töteten sechs von zwölf Millionen Juden. Aber heute regieren die Juden diese Welt durch Stellvertreter. Sie lassen andere für sich kämpfen und sterben", sagte er. (APA)

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    Der Ministerpräsident wiederholt seine antisemitischen Äußerungen: "Es gibt nicht viele Juden auf der Welt. Aber sie sind so arrogant, dass sie sich über die ganze Welt hinwegsetzen."

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