Eurotunnel mit Riesenminus

23. Oktober 2003, 19:22
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Die anhaltend hohen Schulden konnten kaum verringert werden -Unzufriedene Aktionäre wollen Führungswechsel erzwingen

Paris - Die Eurotunnel-Betreibergesellschaft hat im dritten Quartal Umsatzeinbußen von sechs Prozent verzeichnet und konnte den Schuldenstand von 9,4 Mrd. Euro kaum reduzieren. Die Zahl der Fahrgäste in den Eurostar-Zügen zwischen dem europäischen Festland und London ging nach den am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen zurück, der Umsatz im dritten Quartal sank auf 210 Mio. Euro gegenüber 224 Mio. im Vorjahr. Die Schulden konnten nur um 63 Mio. Euro abgebaut werden.

Verärgerte Aktionäre um den Börsenspezialisten Nicolas Miguet wollen bei der Eurotunnel-Gesellschaft einen Führungswechsel erzwingen. Die Vereinigung Adacte erneuerte am Montagabend ihre Forderung nach einem Rücktritt des Vorstands. Knapp 10.000 Anteilseigner mit rund 15 Prozent des Eurotunnel-Kapitals bevollmächtigten die Wortführer nach deren Angaben, eine außerordentliche Aktionärsversammlung zu verlangen. Die Entscheidung darüber soll noch vor Ende dieser Woche fallen. Andernfalls wollen Miguet und seine Mitstreiter vor Gericht ziehen.

Sollte es gelingen, den Vorstand zur Einberufung einer außerordentlichen Versammlung zu bewegen, wäre dies eine Premiere an der französischen Börse. Eurotunnel-Chef Richard Shirrefs warf Miguet und seinen Mitstreitern eine "grobe Vereinfachung" der Tatsachen und eine "Politisierung" der Debatten vor.(APA)

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