Der Aufbruch in die Gründer.Zeit

1. April 2004, 19:46
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Jungunternehmer sind zu einem wichtigen Wachstumsmotor geworden - Mit rund 28.000 Neugründungen im Vorjahr verzeichnet dieser Sektor eine gewaltige Steigerung von beinahe 90 Prozent gegenüber dem Jahr 1993 - Und: Der Sektor zählt zu den Arbeitsplatzmotoren Nummer eins

Sie tragen 3,5 Prozent zur gesamten österreichischen Wirtschaftsleistung bei, erzielen 3,7 Mrd. Euro an direkter Wertschöpfung und damit 8,3 Mrd. Euro gesamtwirtschaftlicher Effekte. Sie schaffen im Jahr 2003 allein 77.000 Arbeitsplätze direkt und sichern weitere 46.000 in vorgelagerten Branchen, zu denen noch weitere 51.000 Arbeitsplätze durch Kaufkrafteffekte hinzukommen: die neuen Unternehmen in Österreich.

Erfolg mit 36 Jahren

Das ergab eine von Michael Getzner, Uni Klagenfurt, und Gottfried Haber, Ludwig-Boltzmann-Institut, erstellte, eben von der Jungen Wirtschaft präsentierte Studie zu den volkswirtschaftlichen Effekten von Unternehmensgründungen in Österreich.

Die Gründer sind im Schnitt 36 Jahre alt, also in der Regel zwischen 30 und 40. Die ersten drei bis fünf Jahre entscheiden über Erfolg oder Misserfolg. Eine Neugründung in Österreich schafft durchschnittlich drei Arbeitsplätze im Unternehmen, 1,8 zusätzliche Jobs in vorgelagerten Sektoren und zwei weitere durch Kaufkrafteffekte, also insgesamt 6,8 in der Gesamtwirtschaft.

85 Prozent sind Einzelunternehmen, der Rest GmbHs. 144.000 Euro an direkter Wertschöpfung und 90.000 Euro in vorgelagerten Branchen sowie nochmals 90.000 Euro an Kaufkrafteffekten bedeuten einen gesamten durchschnittlichen Wertschöpfungseffekt einer Unternehmensgründung in Österreich von 324.000 Euro im Jahr. 53 Prozent der Gründungen und damit auch der Beschäftigungseffekte bestreiten die Branchen Realitätenwesen und unternehmensbezogene Dienstleistungen sowie der Handel. Auch das Bauwesen ist stark vertreten.

Aufschwung

"Die Gründer sind Wachstumsmotor und für den Aufschwung verantwortlich", meint der Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, Peter Lehner, "der Wert der Gründer wurde in der Vergangenheit zu gering geschätzt".

Unternehmertum beginne im Kopf, meint Lehner weiters, die Unternehmer müssten in die Schulen, es gehe nicht an, dass "Beamte die Kinder zu Beamten erziehen".

Als unmittelbare Forderungen zur Erleichterung für Gründungen erhob Lehner die Abschaffung der Mindestkörperschaftssteuer, die dem Staat steuerlich nichts bringe, weil sie später angerechnet würde und die Unternehmen anfangs stark belaste, oder Reformen bei Gebühren und Bagatellsteuern sowie bei den Kreditgebühren. Schnelle Hilfe und eine Kampagne für Gründer heftet sich die ÖVP-nahe Junge Wirtschaft auf ihre Fahnen. (Matthias Raftl, DER STANDARD Printausgabe, 18./19.10.2003)

  • Präsentierten eine Studie über Betriebsgründungen: Peter Lehner (Junge Wirtschaft), Michael Getzner (Uni Klagenfurt) und Gottfried Haber (Ludwig-Boltzmann-Institut)
    foto: cremer

    Präsentierten eine Studie über Betriebsgründungen: Peter Lehner (Junge Wirtschaft), Michael Getzner (Uni Klagenfurt) und Gottfried Haber (Ludwig-Boltzmann-Institut)

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