"Krieg dem Hunger"

23. Oktober 2003, 12:03
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Brasiliens Präsident Lula da Silva verkündet neues Sozialprogramm für 50 Millionen Arme

Brasilia - Mit einem neuen Sozialprogramm will Brasilien bis 2006 die Lebensumstände von 50 Millionen in extremer Armut lebenden Menschen verbessern. Das Projekt "Bolsa Familia" (Familien- Stipendium) wurde am Montagabend (Ortszeit) in Brasilia offiziell eingeführt. Es vereinigt alle bisher bestehenden Einkommenstransfer-Programme wie Schul- und Essengeld. "Der Krieg gegen den Hunger ist ein Krieg, den es sich zu führen lohnt", sagte Staatspräsident Luiz Inacio Lula da Silva bei der Vorstellung des Programms in Brasilia.

Für das Programm seien in diesem Jahr 4,3 und im nächsten 5,3 Milliarden Real (etwa 1,4 und 1,7 Mrd Euro) aus der Staatskasse vorgesehen, hieß es. Die Weltbank will in den nächsten sechs Jahren insgesamt eine weitere Milliarde Dollar (860 Mio. Euro) beisteuern.

Projekt soll Leute unter der Armutsgrenze erreichen

Brasiliens Planungsminister Guido Mantega erklärte, von dem Projekt würden Familien mit einem Monatseinkommen unter 50 Real (etwa 17 Euro) profitieren. Sie würden einen monatliche Grundbetrag von 50 Real bekommen sowie weitere 15 Real für jedes Kind. "Bis 2006 wollen wir mit dem Projekt alle 11,4 Millionen Familien oder rund 50 Millionen Menschen erreichen, die unter der Armutsgrenze leben".

Die Begünstigten werden laut Präsident Lula allerdings einige Verpflichtungen eingehen müssen. Die Familien werden unter anderem ihre Kinder impfen lassen und regelmäßig zur Schule schicken müssen. Zudem müssten sie, wenn nötig, an von der Regierung angebotenen Alphabetisierungs- und Weiterbildungsprogrammen teilnehmen. (APA/dpa)

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    Lula da Silva

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