Iran verweigert Informationen über waffenfähiges Uran

24. Oktober 2003, 14:34
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Bericht enhält nur Informationen zum zivilen Atomprogramm

Wien - Zwei Tage nach dem Einlenken des Iran im Konflikt um sein Atomprogramm droht offenbar neuer Streit. Zwar überreichte Iran der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA bzw. IAEO) am Donnerstag Dokumente über das Programm. Das Paket enthält offenbar aber keine Informationen über die Spuren waffenfähigen Urans, die in der Atomanlage Natanz gefunden worden waren. Das deutete der iranische IAEA-Botschafter Ali Akbar Salehi in Wien an. Die Entdeckung dieser Uranspuren hatte Befürchtungen über ein geheimes Atomwaffenprogramm Teherans verstärkt.

Zunächst erklärte Salehi vor Journalisten: "Wir haben einen Bericht übergeben, der unsere Aktivitäten zur atomaren Energiegewinnung vollständig offen legt." Auf die Frage, ob in dem Dokument auch die Herkunft der Uran-Spuren geklärt wurde, erwiderte er jedoch, dies sei nicht möglich: "Wie kann man die Herkunft einer Sache angeben, die man von Zwischenhändlern auf ausländischen Märkten bekommen hat?"

"Herkunftsland unbekannt"

Salehi zog sich damit auf die Darstellung zurück, die Teheran seit Monaten vertritt: Die Gaszentrifuge, in der die Uranspuren entdeckt worden, sei bereits kontaminiert aus dem Ausland geliefert worden. Das Herkunftsland sei Iran nicht bekannt, weil das Geschäft über Zwischenhändler lief. Die IAEA wollte die in Iran gefundenen Spuren mit Proben aus dem Herkunftsland der Zentrifuge vergleichen, um zu prüfen, ob das hochangereicherte Uran tatsächlich aus dem Ausland stammt. (APA/AP)

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