Nordkorea: Möglicherweise weniger Brennstäbe aufbereitet

22. Oktober 2003, 07:21
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Südkorea dementiert japanische Informationen über Raketenabschuss in Nordkorea - Pjöngjang soll angeblich auch weniger atomare Brennstäbe aufbereitet haben

Seoul - Südkorea hat am Dienstag japanischen Berichten widersprochen, wonach Nordkorea eine weitere Kurzstreckenrakete erprobt haben soll. "Unsere Systeme haben heute keinerlei Raketenstart durch Nordkorea registriert", teilte der Generalstab in Seoul mit und schlussfolgerte: "Nach unserer Analyse ist der Bericht falsch." Zudem wurde in Seoul vermeldet, dass Nordkorea möglicherweise deutlich weniger atomare Brennstäbe aufbereitet habe als bisher angenommen.

Laut Japan wurde Boden-Schiff-Kurzstreckenrakete abgeschossen

Ein Sprecher des japanischen Verteidigungsministeriums hatte gesagt, es gebe Berichte, dass Nordkorea eine Boden-Schiff-Kurzstreckenrakete auf ein Ziel vor der Ostküste des Landes abgeschossen habe, die zweite innerhalb von zwei Tagen. Die Rakete habe wahrscheinlich eine Reichweite von 100 Kilometern. Am Montag hatte Nordkorea eine solche Rakete abgeschossen, offenbar im Rahmen eines Militärmanövers. Zum selben Zeitpunkt trafen sich in Malaysia Staats- und Regierungschefs des Asiatisch-pazifischen Wirtschaftsrates (APEC), wo es hauptsächlich um das Atomprogramm Nordkoreas ging.

Nur etwa 2500 statt 800 Brennstäbe aufbereitet

Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete am Dienstag unter Berufung auf Regierungskreise, Pjöngjang habe nach Schätzungen etwa 2.500 Brennstäbe aufbereitet. Das nordkoreanische Regime hatte dagegen eine Zahl von 8.000 genannt. Nordkorea hatte die letzten UNO-Waffeninspektoren Ende vergangenen Jahres ausgewiesen. Die USA werfen dem Land vor, Atomwaffen herzustellen. Die Führung Nordkoreas, das den Atomwaffensperrvertrag aufgekündigt hat, verlangt von den USA einen Nichtangriffspakt, bevor es seine Atomanlagen wieder unter internationale Kontrolle stellt.

Kim Jong Il wieder in der Öffentlichkeit

Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il zeigte sich indes erstmals seit 40 Tagen wieder in der Öffentlichkeit. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Montagabend, Kim habe in Begleitung von Generälen einen von den Streitkräften betriebenen Bauernhof besucht. Weil Kim lange Zeit aus der Öffentlichkeit verschwunden war, hatten Medien in Südkorea und Japan über eine mögliche Erkrankung des Staatschefs spekuliert. (APA/Reuters)

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    Der nordkoreanische Staatschef Kim Jong Il zeigte sich erstmals seit über einem Monat wieder in der Öffentlichkeit. Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA berichtete am Montagabend, Kim habe in Begleitung von Generälen einen von den Streitkräften betriebenen Bauernhof besucht.

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