Renate Götschl gewinnt Super-G von Altenmarkt

16. Jänner 2000, 16:30

Tanja Schneider macht als Zweite ÖSV-Triumph perfekt

Altenmarkt/Zauchensee - Der Bann ist endlich gebrochen, die österreichischen Ski-Damen können auch in den schnellen Disziplinen gewinnen: Renate Götschl beendete im Super G am Sonntag in Altenmarkt die sieglose Zeit und feierte den so heiß ersehnten ersten Saisonsieg, ihren insgesamt elften. Und vor rund 10.000 Fans sorgte Tanja Schneider mit ihrem ersten Podestplatz für einen vielbejubelten Doppelsieg der zugleich die einzig richtige Antwort auf den ausgebliebenen Stockerlplatz von der Abfahrt gewesen war. Überhaupt präsentierten sich die Österreicherinnen stark, mit Michaela Dorfmeister als Sechste und Brigitte Obermoser als Neunte kamen insgesamt vier in die Top Ten, gleich neun machten Weltcup-Punkte.


Renate Götschl holt ihren ersten Speed-Sieg des Jahres

Der Sieg der Renate Götschl nahm eine schwere Last von den Schultern der Steirerin, die diesen Sieg in dieser Saison schon so ersehnt hatte. "Es ist eine Genugtuung", sagte Götschl, "eine Genugtuung nicht nur für mich, sondern auch für die Trainer. Ich wollte heute wieder einmal zeigen, dass ich noch Ski fahren kann. Und das ist mir gelungen. Dabei habe ich gar nicht so viel anders gemacht als bei der Abfahrt." Eines war aber auch für die zu ihren alten Qualitäten zurückgekehrte "Speed-Queen" klar: "Dieser Sieg war ein Sieg zum besten Zeitpunkt."

Gleichmäßig schnell

Götschl fuhr diesmal in allen Teilstücken gleichmäßig schnell, legte mit der "Glücksnummer 8" von Hermann Maier den Grundstück mit einer guten Fahrt im Mittelteil. "Wir haben alle so darauf gewartet - und jetzt ist er endlich da, der erste Sieg."

Erster Podestplatz für Schneider

Ein Sieg, der auch noch durch den zweiten Platz von Tanja Schneider veredelt wurde, den ersten Podestplatz in der schon so langen Karriere der Osttirolerin. Die aber bereits zuletzt angedeutet hatte, dass mit ihr zu rechnen sein wird. Sie hatte bereits mit Platz sechs in der Abfahrt aufhorchen lassen. Mit Bestzeit im technisch schwierigen Mittelteil schuf die 25-Jährige den Grundstein zu Platz zwei. "Ich habe damit ein kleines Ziel erreicht, auf das ich so lange hingearbeitet habe. Und das gerade in Österreich, das ist natürlich doppelt schön und gibt zusätzliche Motivation."

Meissnitzer gratulierte

Schneider fuhr während der Rennen in Altenmarkt nach Obertauern, ein zusätzliches Geheimnis ihres Erfolges. Kein Wunder, dass Alexandra Meissnitzer per Handy eine der ersten Gratulantinnen war. Dazu kommt aber auch eine ausgedehnte mentale Arbeit: "Meine Steigerung hat zwei Gründe: Erstens meine bessere Kondition, da ich in den vergangenen Jahren immer viel krank war und das jetzt besser ist. Und dann meine mentale Arbeit mit dem Arzt in Obertauern, Johannes Zeibig. Wir machen Qui Gong und vor allem Bio-Feedback - und damit ist es mir jetzt gelungen, meine Trainingsleistungen im Rennen zu bringen. Ich bin nicht mehr das ewige Talent, jetzt wird im Rennen Gas gegeben."

Dorfmeister auf Rang sechs

Auch im Gesamt-Weltcup war das Altenmarkt-Wochenende ein erfreuliches für die ÖSV-Damen: Denn Michaela Dorfmeister schlug sich am Sonntag bessser, als sie es noch am Freitag erwartet hatte und betrieb "Schadensbegrenzung" mit Rang sechs. "Aber ich merke, dass ich noch immer nicht das letzte Vertrauen in den Abfahrts-Ski habe. Ich hoffe aber, das wird sich bessern." Wichtig im Kampf um die große Kristallkugel: Isolde Kostner verlor mit dem enttäuschenden 19. Platz weiter an Terrain, bevor es nach Cortina d'Ampezzo geht. Dort wird abermals Hilde Gerg fehlen. Die Deutsche muss nach ihrer beim Volleyball erlittenen Knöchelverletzung eine Pause von mindestens drei Wochen einlegen.

Obermoser nicht zufrieden

Nicht ganz zufrieden war wie am Vortag auch Lokalmatadorin Brigitte Obermoser: Abermals fuhr sie im oberen Teil schneller als die Siegerin Götschl, brachte dieses Ergebnis aber ein weiteres Mal nicht ins Ziel. "Es hat nicht sollen sein", meinte die Altenmarkterin, "aber für mich hat es auch ein gutes: Ich weiß, dass ich konstant in die Top Ten fahren kann und irgendwann bring ich schon in allen Teilzeiten ein gutes Ergebnis."


Endergebnis des Weltcup-Super-G der Damen in Altenmarkt/Zauchensee am Sonntag:

1. Renate Götschl AUT 1:29,14 Min. (87,234 km/h)

2. Tanja Schneider AUT 1:29,43 +0,29 + 7.00 m

3. Regina Häusl GER 1:29,55 +0,41 + 9.89 m

4. Martina Ertl GER 1:29,60 +0,46 + 11.09 m

5. Mojca Suhadolc SLO 1:29,76 +0,62 + 14.92 m

6. Michaela Dorfmeister AUT 1:29,79 +0,65 + 15.64 m

7. Regine Cavagnoud FRA 1:29,82 +0,68 + 16.35 m

8. Warwara Zelenskaja RUS 1:29,87 +0,73 + 17.55 m

9. Brigitte Obermoser AUT 1:30,24 +1,10 + 26.33 m

10. Petra Haltmayer GER 1:30,31 +1,17 + 27.98 m

. Melanie Turgeon CAN 1:30,31 +1,17 + 27.98 m

12. Ingrid Jacquemod FRA 1:30,46 +1,32 + 31.52 m

13. Melanie Suchet FRA 1:30,47 +1,33 + 31.75 m

14. Marianna Salchinger AUT 1:30,57 +1,43 + 34.10 m

15. Alessandra Merlin ITA 1:30,58 +1,44 + 34.34 m

16. Corinne Rey-Bellet SUI 1:30,65 +1,51 + 35.98 m

17. Stefanie Schuster AUT 1:30,68 +1,54 + 36.68 m

18. Sibylle Brauner GER 1:30,86 +1,72 + 40.89 m

19. Isolde Kostner ITA 1:30,89 +1,75 + 41.59 m

20. Karen Putzer ITA 1:31,01 +1,87 + 44.38 m

21. Selina Heregger AUT 1:31,28 +2,14 + 50.64 m

22. Christiane Mitterwallner AUT 1:31,41 +2,27 + 53.64 m

23. Corinne Imlig SUI 1:31,43 +2,29 + 54.10 m

. Kirsten Clark USA 1:31,43 +2,29 + 54.10 m

25. Carole Montillet FRA 1:31,47 +2,33 + 55.02 m

26. Martina Lechner AUT 1:31,59 +2,45 + 57.78 m

27. Daniela Ceccarelli ITA 1:31,65 +2,51 + 59.16 m

28. Spela Bracun SLO 1:32,00 +2,86 + 67.15 m

. Lucia Recchia ITA 1:32,00 +2,86 + 67.15 m

30. Marianne Brechu FRA 1:32,13 +2,99 + 70.10 m

weiter:

37. Eveline Rohregger AUT 1:32,56 +3,42 + 79.81 m

44. Doris Götzenbrucker AUT 1:33,44 +4,30 + 99.40 m

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