US-Haushaltsdefizit erreicht Rekordhoch

21. Oktober 2003, 10:30
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Höchster Fehlbetrag in der US-Geschichte

Washington - Das amerikanische Haushaltsdefizit hat in diesem Jahr ein Rekordhoch von 374,2 Milliarden Dollar (rund 322 Milliarden Euro) erreicht. Grund für den Anstieg waren vor allem die Ausgaben für den Irak-Krieg, eine neue Runde von Steuersenkungen und die schwache Wirtschaftslage, wie die US-Regierung am Montag in Washington mitteilte.

Defizit verdoppelt Das Defizit im zurückliegenden Haushaltsjahr, das am 30. September zu Ende ging, lag mehr als doppelt so hoch wie im vergangenen Jahr. Damals hatte die Regierung von Präsident George W. Bush ein Minus von 157,8 Milliarden Dollar gemeldet. Es handelt sich um den höchsten Fehlbetrag in der US-Geschichte. Bisher lag der Rekord bei 290,4 Milliarden Dollar im Jahr 1992, als Bushs Vater George Präsident war. Die jüngsten Zahlen liegen jedoch noch deutlich unter Schätzungen aus dem Sommer dieses Jahres. Damals hatten Regierungsvertreter ein Defizit in Höhe von 455 Milliarden Dollar prognostiziert. Für das laufende Haushaltsjahr 2004 kündigten sie einen Fehlbetrag von mehr als 500 Milliarden Dollar an, erklärten jedoch zugleich, das Defizit solle innerhalb der kommenden fünf Jahre halbiert werden.

Finanzminister optimistisch

Ungeachtet des Rekorddefizits äußerte sich US-Finanzminister John Snow optimistisch, dass die Belebung der Wirtschaft zur Begrenzung des Fehlbetrages beitragen werde. "Wenn die Wirtschaft wächst, werden die Einnahmen der Regierung steigen und dazu beitragen, das Defizit unter Kontrolle zu halten", sagte er. Dem hielt Tom Kahn vom Haushaltsausschuss des Repräsentantenhauses entgegen: "Hier gibt es nichts zu jubeln. Das ist noch immer das bei weitem höchste Defizit in der amerikanischen Geschichte".

Der Chef des Haushaltsbüros im US-Präsidialamt, Joshua Bolten, sagte: "Obwohl noch immer ein Anstieg des Defizits 2004 erwartet wird, und es trotz einer Erholung der Wirtschaft voraussichtlich 500 Milliarden Dollar übersteigen wird, können wir den Fehlbetrag auf einen verantwortungsvollen Abwärtspfad bringen, indem wir die wachstumsfördernde Wirtschaftspolitik fortsetzen und die Ausgaben verantwortungsvoll einschränken". Das Unterschreiten der Regierungsprognose vom vergangenen Sommer nannte er ein ermutigendes Zeichen.

(APA/AP)

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