Fleckerlteppich zur Marktregulierung

28. Oktober 2003, 10:59
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Telekommunikation in 16 Märkte geteilt

Die in der Branche mit Spannung erwartete regulatorische Aufteilung des Telekommunikationsmarktes ist erfolgt: Auf Verordnungswege wurde der Markt in 16 Teilmärkte "zerlegt", die im Zuge der Telekom-Regulierungspolitik spätestens ab nächstem Frühjahr einzeln nach Marktbeherrschung ("Significant Market Power", SMP) überprüft werden sollen. Solche Einzelmärkte sind etwa: Privatkunden/Festnetz/Inland oder Nichtprivatkunden/Mobilfunk/Ausland usw.

"Eine neue Qualität in der Telekom-Liberalisierung"

Allgemein wird angenommen, dass dies "eine neue Qualität in der Telekom-Liberalisierung" bringen wird, wie Achim Kaspar, eTel-CEO und Vorstand des Vereins der alternativen Telekomprovider, meint. Bisher war der Telekommarkt in vier große, durch die Regulierungsbehörde zu überprüfende Blöcke geteilt gewesen: Zusammenschaltungsmarkt (in dieses Segment fiel die Frage der Interconnection-Fees), Mietleitungen, Festnetz und Mobilfunk.

Durch die Verordnung im Zuge des neuen Telekommunikationsgesetzes könnte es etwa möglich werden, dass ein Kabelnetzbetreiber mit hoher Durchdringungsrate in einer Region/Stadt künftig seine Leitungen auch alternativen Betreibern öffnen müsste. Möglich wäre auch, dass von Seiten des Exmonopolisten Telekom Austria gewisse Vorab-Genehmigungen für Tarife in einigen Teilmärkten obsolet werden.

"Also theoretisch hunderte Unternehmen, praktisch eine Hand voll."

Der zuständige Telekomregulator Georg Serentschy wird in einem nächsten Schritt feststellen, welcher Anbieter in welchem Teilsegment "SMP", Signifant Market Power, hat. Betroffen sind Festnetz- und Kabelnetzbetreiber, Mobilfunk sowie Internetserviceprovider. Serentschy: "Also theoretisch hunderte Unternehmen, praktisch eine Hand voll."

Die Märkteverordnung ist seit dem Wochenende auf der Seite der Telekombehörde publiziert. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD Printausgabe, 21. Oktober 2003)

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