Aamodt schloss mit Sieg im Wengen-Slalom zu "Größten" auf

16. Jänner 2000, 15:42

Schönfelder Sechster - Stangassinger verlor "rotes Trikot"

Wengen - Der Norweger Kjetil-Andre Aamodt gehört seit Sonntag endgültig zum Kreis der ganz Großen des alpinen Ski- Weltcups. Mit seinem Erfolg im Slalom am Wengener Lauberhorn schaffte der 28-jährige nach Marc Girardelli, Pirmin Zurbriggen und Günther Mader als vierter Läufer Weltcup-Siege in allen fünf Disziplinen. Aamodt gewann vor seinem Landsmann Ole-Christian Furuseth (+0,52 Sek.) und Drago Grubelnik (SLO/0,61). Rainer Schönfelder wurde als bester ÖSV-Läufer Sechster (0,90).


Erster Slalom-Sieg für Kjetil-Andre Aamodt

Aamodt gelang sein historischer Sieg sieben Jahre nach seinem WM-Titel im Torlauf 1993 in Morioka und nur eine Woche, nachdem ihm beim Weltcup-Slalom in Chamonix der Italiener Angelo Weiss den Sieg nur knapp weggeschnappt hatte. Doch der Allrounder steckte diese Enttäuschung wie auch die kräfteraubende Lauberhorn-Abfahrt vom Vortag weg und setzte sich nach Rang vier im ersten Heat mit der drittbesten Zeit im zweiten Lauf durch. "Darauf habe ich lange hingearbeitet. Ich bin sehr glücklich", erklärte der sonst schweigsame Routinier.


Aamodt und Fruseth haben sich gern

Mit dem "alten Fuchs" Furuseth als Zweitem entschieden die Norweger das Duell mit den Slowenen klar für sich, denn nach dem ersten Lauf hatten sich Läufer der beiden Nationen die ersten sechs Plätze brüderlich geteilt. Für Grubelnik reichte es noch zu einem Podest-Platz, Halbzeit-Leader Jure Kosir verpatzte hingegen einmal mehr den Final-Durchgang, fiel auf Rang neun zurück und verpasste damit seinen vierten Weltcup-Sieg noch deutlich.

Enttäuschung im ÖSV-Team

Eher enttäuschend verlief das Rennen für das ÖSV-Team, aus dem sich nur Schönfelder in Szene setzte. Der 22-jährige Kärntner verhinderte ein Jahr nach dem Erfolg des diesmal wegen Grippe fehlenden Benjamin Raich ein ÖSV-Debakel. Schönfelder fuhr mit 1,83-m-Skiern aus dem Handel und machte damit offenbar die bessere Wahl als die anderen Österreicher. "Ich wollte nach Platz neun im ersten Lauf unbedingt aufs Podest, bin aber trotzdem zufrieden." Nicht ganz zufrieden war Michael Walchhofer mit Position 14: "Beide Läufe waren ein bisschen vermurkst."

Hohe Ausfallsquote

Mit Christian Mayer, Kurt Engl, Florian Seer (alle im ersten Lauf), Heinz Schilchegger und dem Halbzeit-Neunten Mario Matt (zweiter Lauf) schieden fünf Österreicher aus, Mario Reiter und Ronald Stampfer schafften die Final-Teilnahme nicht. Schlechtester klassierter ÖSV-Starter wurde noch hinter Kilian Albrecht (22.) Thomas Stangassinger als 25. Der Salzburger verpatzte seine Läufe total, im zweiten Durchgang brachte ihm ein Start-Missgeschick mit dem rechten Stock aus der Konzentration.

Stangassinger verlor Weltcupführung

Der Titelverteidiger verlor damit seine Führung im Slalom-Weltcup an Aamodt, der zweifache Saison-Sieger Didier Plaschy vergab seine Chance auf wertvolle Punkte im ersten Lauf durch seinen dritten Saison-Ausfall. Aamodt machte mit seinem zweiten Saison-Sieg nach der Kombination in Chamonix bzw. seinem insgesamt 17. Weltcup-Erfolg auch in der Gesamt-Wertung viel Boden gut, rückte Hermann Maier auf 354 Punkte nahe.

Maier sorgte für Aufregung

Der "Herminator" sorgte übrigens noch am Vorabend für Aufregung, da er nach der Abfahrt unbedingt noch um 20:15 Uhr den Flug von Zürich zurück in die Heimat erreichen wollte und daher die Siegerehrung um 18:00 Uhr zu verpassen drohte. FIS-Renndirektor Günther Hujara hätte Maier für diesen Fall das Preisgeld für den zweiten Abfahrtsplatz gestrichen. Also wurde die Siegerehrung um 15 Minuten vorverlegt, Maier erwischte gerade noch den Flieger und machte am Abend sogar noch einen Abstecher zum Damen-Weltcup nach Altenmarkt.


1 3 Kjetil-Andrè Aamodt (NOR) 1.20.300 1.44.870

2 12 Ole-Christian Furuseth (NOR) 1.20.410 1.45.390 + 0.00.520

3 22 Drago Grubelnik (SLO) 1.20.320 1.45.480 + 0.00.610

4 13 Matjaz Vrhovnik (SLO) 1.20.750 1.45.670 + 0.00.800

5 44 Andrzej Bachleda (POL) 1.20.800 1.45.750 + 0.00.880

6 17 Rainer Schoenenfelder (AUT) 1.20.760 1.45.770 + 0.00.900

7 10 Angelo Weiss (ITA) 1.21.160 1.45.850 + 0.00.980

8 35 Sergio Bergamelli (ITA) 1.21.190 1.45.860 + 0.00.990

9 1 Jure Kosir (SLO) 1.19.990 1.45.870 + 0.01.000

10 31 Sacha Gros (USA) 1.21.890 1.45.910 + 0.01.040

11 23 Mitja Kunc (SLO) 1.21.230 1.45.920 + 0.01.050

12 8 Hans-Petter Buraas (NOR) 1.20.860 1.46.050 + 0.01.180

13 42 Urs Imboden (SUI) 1.22.410 1.46.910 + 0.02.040

14 30 Michael Walchhofer (AUT) 1.22.340 1.46.920 + 0.02.050

15 11 Markus Eberle (GER) 1.21.830 1.47.000 + 0.02.130

16 5 Finn-Christian Jagge (NOR) 1.21.650 1.47.180 + 0.02.310

17 25 Mika Marila (FIN) 1.22.420 1.47.230 + 0.02.360

18 33 Gaku Hirasawa (JPN) 1.22.520 1.47.560 + 0.02.690

19 16 Paul Accola (SUI) 1.22.360 1.47.640 + 0.02.770

20 55 Markus Ganahl (LIE) 1.22.450 1.47.690 + 0.02.820

21 14 Michael Von Grünigen (SUI) 1.22.340 1.47.790 + 0.02.920

22 36 Kilian Albrecht (AUT) 1.21.860 1.47.850 + 0.02.980

23 39 Johan Brolenius (SWE) 1.22.150 1.47.930 + 0.03.060

24 2 Sebastien Amiez (FRA) 1.21.890 1.48.080 + 0.03.210

25 4 Thomas Stangassinger (AUT) 1.23.020 1.48.300 + 0.03.430

26 48 Uros Pavlovcic (SLO) 1.22.110 1.48.610 + 0.03.740

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