213 Opfer wegen Engagements für Gewerkschaften

21. Oktober 2003, 17:09
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Etwa 20.000 Gewerkschafter weltweit bedroht

Bonn - Weltweit sind im vorigen Jahr 213 Menschen wegen ihres Engagements für Gewerkschaften getötet worden oder spurlos verschwunden. Das geht aus einem Bericht des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (IBFG) hervor, der am Montag in Bonn vorgestellt wurde. Zudem wurden rund 30.000 Gewerkschafter entlassen, etwa 20.000 bedroht, rund 2.600 verhaftet und fast 90 zu Haftstrafen verurteilt, heißt es in dem Bericht, der Behinderungen von Gewerkschaftern in 133 Staaten aus dem Jahr 2002 erfasst.

Einen traurigen Rekord stellen lateinamerikanische Länder mit Kolumbien an der Spitze auf, wie der IBFG berichtete. Von den 213 Fällen getöteter oder spurlos verschwundener Aktivisten entfallen 206 Taten auf Lateinamerika, 184 davon auf Kolumbien. Zudem wurden in dem Land zahlreiche Mordversuche oder Todesdrohungen registriert. Für die Gewalttaten seien vor allem paramilitärische Gruppen verantwortlich.

Weißrussland an der Spitze

In Europa wird die Arbeit der Gewerkschaften laut IBFG vor allem in osteuropäischen Ländern behindert. Am schlimmsten werde in Weißrussland gegen engagierte Gewerkschafter vorgegangen. Viele Fälle habe es 2002 auch in Russland, Kroatien und Polen gegeben. In Deutschland verzeichnete die IBFG keine schwer wiegenden Verstöße, bemängelte aber, dass es beispielsweise für Beamte kein Recht auf Streik gibt.

Der IBFG repräsentiert nach eigenen Angaben 158 Millionen Beschäftigte in 150 Staaten der Erde, die in 231 Organisationen zusammengeschlossen sind. (APA/dpa)

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