Premiere erstmals mit schwarzen Zahlen im operativen Geschäft

29. Oktober 2003, 11:09
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Kofler: 2,9 Mio. Abonnenten bis Jahresende erreichbar

Der Bezahlsender Premiere hat im dritten Quartal aus seinem operativen Geschäft erstmals schwarze Zahlen erwirtschaftet und deshalb seine Prognose für das Gesamtjahr zum dritten Mal nach oben korrigiert. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen belief sich für den Zeitraum von Juli bis September auf 16 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Montag in München mitteilte. Im dritten Quartal 2002 hatte Premiere im laufenden Geschäft noch ein Minus von 16 Mio. Euro gemacht.

ein Minus von weniger als 30 Millionen Euro

Für das Gesamtjahr rechnet der Sender nach den Angaben von Premiere-Chef Georg Kofler nun mit einem operativen Minus von weniger als 30 Mio. Euro. Noch im August waren 40 Mio. Euro genannt worden; ursprünglich hatte Premiere sogar mit einem operativen Verlust von 80 Mio. Euro kalkuliert. Ab 2004 ist nach Unternehmensangaben dann ein "nachhaltig positives" Ergebnis zu erwarten. Der Bezahlsender hatte vor dem Aus gestanden und war erst im Februar durch den Einstieg der internationalen Investorengruppe Permira gerettet worden.

Goodwill

Unter dem Strich stand allerdings auch in dem nun bilanzierten Quartal ein Verlust von 25,4 Mio. Euro. Dies sei jedoch ausschließlich auf die vierteljährliche Goodwill-Abschreibung in Höhe von 28 Mio. Euro zurückzuführen, betonte Kofler. Ohne diese Abschreibung hätte der Sender demnach einen Überschuss von zwei Mio. Euro erwirtschaftet. Der Umsatz stieg den Angaben zufolge im Vergleich zum dritten Quartal 2002 um 14 Prozent auf 236 Mio. Euro. Damit sei Premiere "weit überdurchschnittlich im Vergleich zur Medienwirtschaft in Deutschland" gewachsen, betonte Kofler.

2,76 Mio. Kunden

Optimistisch zeigte sich der Senderchef mit Blick auf die Abonnentenzahlen: Im Jahresvergleich habe Premiere den Abonnentenbestand zum 30. September um 319.000 auf insgesamt 2,76 Mio. Kunden gesteigert. Allein innerhalb des dritten Quartals sei die Kundenzahl nach Abzug der Kündigungen netto um mehr als 70.000 gestiegen. "Wir sind jetzt auf der Zielgeraden in Richtung der geplanten 2,9 Mio. Abonnenten zum Jahresende", erklärte der Senderchef. Noch vor Beginn des Weihnachtsgeschäft werde voraussichtlich die Marke von 2,8 Mio. Abo-Kunden überschritten. (APA)

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