Frist für Lugner läuft ab

22. Oktober 2003, 19:12
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Der umtriebige Partylöwe "Mörtel" Lugner muss heute klarstellen, ob er seine Schulden bezahlen kann oder nicht

Wien - Für den Wiener Baumeister Richard Lugner wird es nun eng: Nachdem der Alpenländische Kreditorenverband (AKV) am vergangenen Montag im Namen mehrerer Gläubiger beim Handelsgericht Wien gegen das Unternehmen Baumeister Richard Lugner Konkursantrag eingebracht hat, läuft heute die vom Kreditschutzverband von 1870 gestellte Frist über detaillierte Vermögensauskünfte ab. Bei einem für Nachmittag vereinbarten Termin soll Lugner klarstellen, ob und in welchem Ausmaß er seine Schulden bezahlen kann, heißt es beim KSV. Dann werde man die entsprechenden Schritte setzen. Der Ball liege derzeit bei Lugner.

Das Gericht wird Lugner den vom AKV eingebrachten Konkursantrag zustellen und ihn zur Einvernahme einladen. Dabei wird festgestellt, ob tatsächlich Zahlungsunfähigkeit vorliegt. Bis dahin können aber drei bis vier Wochen verstreichen. Lugner selbst kann den Konkursantrag mit einem Ausgleichsantrag abschmettern. Dadurch würde der Konkursantrag zurückgestellt werden.

Lugner will alle Schulden bezahlen

Lugner selbst hat zuletzt betont, alle Schulden zahlen zu wollen. Wie hoch aber die Summe ist, die er aufbringen muss, stehe noch nicht fest, heißt es im KSV. Davor hat er seinen Gläubigern einen stillen Ausgleich mit einer Quote von knapp 28 Prozent als Abschlagszahlung angeboten.

Wie berichtet will Lugner die Bauaktivitäten bis 2003 an die neu gegründeten Unternehmen seiner Söhne Ingenieur Alexander Lugner GmbH und Ing. Lugner Bau GmbH übergeben und die Einzelfirma Baumeister Ing. Richard Lugner liquidieren. Da keine neuen Bauaufträge angenommen wurden, gab es schon seit einiger Zeit Klagen von Gläubigern über schleppende Zahlungen.

Privatstiftung

Lugner selbst hat sein Vermögen in einer Privatstiftung geparkt und besitzt lediglich eine Liegenschaft in der Mollardgasse im 6. Wiener Gemeindebezirk, die aber mit rund 7 Mio. Euro belastet ist. Gläubigerbanken sind Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), Erste Bank, BAWAG und Bank für Tirol und Vorarlberg (BTV).

Der AKV geht davon aus, dass die 60-Tage Frist zwischen Eintritt der Zahlungsfähigkeit und einem gerichtlichen Ausgleich "zu Lasten der Gläubiger" bereits überschritten worden sei. Außerdem befürchtet der Gläubigerschutzverband dass es zu Vermögensverschiebungen kommen könnte, die dann nicht mehr angefochten werden können.(APA)

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