US-Spezialeinheit tötete in Vietnam hunderte Zivilisten

22. Oktober 2003, 14:32
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Zeitung: Amerikaner folterten 1967 auch zahlreiche gefangene Vietnamesen

Washington - Eine US-Eliteeinheit hat einem Bericht der Tageszeitung "The Toledo Blade" zufolge im Vietnamkrieg 1967 Hunderte unbewaffneter Zivilisten getötet und gefangene Vietnamesen gefoltert. Für ihren am Montag veröffentlichten Bericht, für den die Zeitung in Toledo (Bundesstaat Ohio) nach eigenen Angaben acht Monate recherchiert hat, seien zahlreiche, zum Teil geheime Dokumente der Armee gesichtet sowie Interviews mit Veteranen und Angehörigen der vietnamesischen Opfer geführt worden.

Granaten gegen Bauern

Dem Blatt zufolge waren US-Soldaten damals in den Bergen im Süden Vietnams mit Granaten gegen Bauern und Dorfbewohner, unter ihnen Frauen und Kinder, vorgegangen. "Wir haben so viele Menschen getötet, dass wir nicht mehr mitzählen konnten", berichtete der ehemalige Unteroffizier William Doyle der Armee-Einheit "Tiger Force".

Nach dem Ende des Vietnamkrieges hatte die US-Regierung eine Untersuchung über mögliche Kriegsverbrechen der 45 Mann starken "Tiger Force" eingeleitet. Diese war jedoch laut "Washington Post" vom Montag im Jahr 1975 ohne Ergebnis eingestellt worden. (APA/dpa)

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