Vorstoß für mehr Personen-Daten in Reisedokumenten

22. Oktober 2003, 15:25
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Fünf EU-Innenminister fordern Aufnahme von Fingerabdrücken und Augen-Erkennung

La Baule - Im Kampf gegen den internationalen Terrorismus wollen die Innenminister der fünf größten EU-Länder rasch persönliche Merkmale wie Fingerabdrücke und Augen-Erkennung (Iris-Scan) in Reisedokumente aufnehmen lassen. International dürften nicht zu viele unterschiedliche Systeme eingeführt werden, sagte der deutsche Innenminister Otto Schily am Montag nach der zweitägigen Arbeitskonferenz der Minister im französischen Seebad La Baule. Wichtig sei die Einführung für die Schengen-Staaten, da die Grenzkontrollen zwischen diesen Ländern weggefallen seien.

"Wir brauchen ein Sicherheitsmodell für Europa", betonten die fünf Innenminister aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien ihre Entschlossenheit beim Kampf gegen den Terrorismus. Im Mittelpunkt der Konferenz in La Baule stand auch die Frage, wie illegale Asylbewerber schneller wieder abgeschoben werden und wie berechtigte Asylverfahren beschleunigt werden können. Dabei will die Fünfer-Gruppe in Brüssel darauf dringen, rascher als bisher über Rückführungsabkommen zu verhandeln. Dabei soll eine Art Modellabkommen erarbeitet werden, das von mehreren Ländern übernommen werden kann.

Auf dem nächsten Treffen der Fünfer-Gruppe im Februar in Deutschland soll in erster Linie über die Reform der europäischen Polizei-Behörde Europol beraten werden. "Europol muss viel effizienter und einsatzfähiger werden", sagte der französische Innenminister Nicolas Sarkozy. Die Einführung der Personen-Daten wird bereits bei dem nächsten Treffen der EU-Innen- und Justizminister am 6. November erörtert. (APA/dpa)

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