Haupt: "War eine leichte Entscheidung"

23. Oktober 2003, 14:44
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Scheidender Vizekanzler bestätigt Personalrochaden - Neue geschäftsführende Parteiobfrau Haubner hat nicht lange überlegt

Wien - FPÖ-Chef Herbert Haupt hat in einer Pressekonferenz Montag Nachmittag die Personalrochaden bei den Freiheitlichen offiziell gemacht. Demnach gibt er seine Rolle als Vizekanzler ab morgen an Infrastrukturminister Hubert Gorbach ab. Sozialstaatssekretärin Ursula Haubner wird Haupt als geschäftsführende Parteiobfrau zur Seite gestellt. Diese Entscheidung sei nach "sehr langen und sehr unterschiedlichen Gesprächen mit meinen Freunden innerhalb der freiheitlichen Gesinnungsgemeinschaft" gefallen, sagte der FP-Obmann.

Das Vizekanzleramt an Gorbach abzugeben, sei für ihn, Haupt, eine "leichte Entscheidung" gewesen. Forschung und Technologie würden die Zukunft des Landes bestimmen. Deshalb sei es auch wichtig, dass der Zukunftsminister in der Regierung auch der Zukunftsminister für die freiheitliche Regierungsmannschaft sei. Er selbst werde sich 24 Stunden pro Tag auf seine Aufgabe als Sozialminister konzentrieren, stünden doch wichtige Themen wie Pensionsharmonisierung, Schwerarbeiterregelung und Gesundheitsreform an.

Das Engagement Haubners begründete Haupt mit innerparteilichen Überlegungen. Studien in den letzten Tagen hätten gezeigt, dass Haubner am besten geeignet sei, die FPÖ wieder "zu einer einheitlichen geschlossenen Gesinnungsgemeinschaft zu machen". Deshalb habe man sie gebeten, die Rolle der geschäftsführenden Parteiobfrau einzunehmen. Haubner werde ihm, Haupt, auch weiterhin im Sozialministerium als Staatssekretärin helfen und sich der Aufgaben im Bereich Generationen und Familie annehmen.

Haubner hat nicht lange überlegt

Die neue geschäftsführende FPÖ-Bundesparteiobfrau Ursula Haubner hat Montagnachmittag bei ihrer quasi Antrittspressekonferenz ihr gutes Verhältnis zu Parteiobmann Herbert Haupt hervorgehoben: "Ich habe Herbert Haupt als jemanden kennen gelernt, mit dem hervorragend zusammenzuarbeiten ist. Deshalb habe es sie "nicht sehr viel Überlegung gekostet", die ihr von Haupt angebotene neue Rolle anzunehmen. Der FPÖ-Chef ist übrigens allein für die Ernennung Haubners zuständig. Er beruft sich auf ein Generalpouvoir für seine Vorvorgängerin Susanne Riess-Passer, wonach solche Entscheidungen allein in der Verantwortung des Obmanns lägen.

Haupt betonte deshalb auch, dass es keinen außerordentlichen Parteitag geben müsse: "Der nächste Parteitag wird im nächsten Jahr sein. Daran hat sich nichts geändert." Er habe auch nach Gesprächen mit Präsidiumsmitgliedern und anderen wichtigen Repräsentanten der Partei in den letzten 36 Stunden keinen Zweifel daran, dass Haubner in der FPÖ akzeptiert werde.

Die neue geschäftsführende Obfrau glaubt in ihrer neuen Funktion vor allem bei Kommunikation und Koordination etwas einbringen zu können. Schließlich sei sie Basisfunktionärin seit 30 Jahren und habe dabei auch Erfahrungen auf Bezirks-, Gemeinde und Landesebene gesammelt. Für die Freiheitlichen wünscht sie sich, dass wieder Glaubwürdigkeit, Vertrauen und vor allem Begeisterungsfähigkeit gewonnen werde, für die die FPÖ in früheren Jahren bekannt gewesen sei: "Als Freiheitliche liegt mir auch die Partei sehr am Herzen und ich möchte nicht, dass sie weiter abstürzt." (APA)

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