Außen hui, innen pfui

24. Oktober 2003, 13:50
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ARBÖ testete Autoapotheken - das Ergebnis: 80 Prozent sind unbrauchbar

Wien - 80 Prozent der Autoapotheken hat der ARBÖ bei einem Test als unbrauchbar eingestuft. Mit den Möglichkeiten, Erste Hilfe zu leisten, ist es denkbar schlecht gestellt. "Das Erschreckende ist, dass sich kaum jemand über die Wichtigkeit des Kfz-Verbandskastens bewusst war", kommentierte der Leiter des ARBÖ-Informationsdienstes, Günther Schweizer, das Ergebnis.

Bereits im September haben die Experten auf Parkplätzen vor großen Einkaufszentren die Inhalte von Autoapotheken geprüft und das erschreckende Ergebnis festgestellt. "Nicht nur, dass das Verbandsmaterial in den meisten Fällen abgelaufen war und Schutzausstattung, wie zum Beispiel Handschuhe oder Beatmungshilfen, fehlten. So manche Autoapotheke wurde als Lagerstätte für Zusatzmaterial, wie etwa Lämpchen genutzt", kritisierte Testleiter und Notfallsanitäter Gerald Schneider. In einer Box war die Schere schon so verrostet, dass bei ihrer Verwendung akute Infektionsgefahr bestanden hätte.

Was? Wo?

Viele Autofahrer wissen oft gar nicht, wo sich die Autoapotheke im Fahrzeug befindet und haben sie schon jahrelang keines Blickes gewürdigt. Schneider: "Die Apotheke auf jeden Fall nach spätestens sechs Jahren austauschen, und routinemäßig ein Mal pro Jahr kontrollieren."

Laut Kraftfahrgesetz ist lediglich das Mitführen eines Mindeststandards für die Wundversorgung in einem widerstandsfähigen Behälter vorgeschrieben. Das Verbandsmaterial muss staubdicht verpackt und gegen Verschmutzung geschützt sein. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Strafe von 14 Euro rechnen.

Die ARBÖ-Experten rieten zum Kauf einer ÖNORM-konformen Apotheke, mit deren Inhalt bei den typischen Verletzungen bei Unfällen kompetent geholfen werden kann. Bei billigen Sets sei oft schon das Anlegen eines einfachen Verbandes unmöglich, weil das Heftpflaster fehlte. Auf ausgewählten Parkplätzen werden deshalb vom Club am Montag Umtauschaktionen durchgeführt. (APA)

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