Sony will angeblich bis zu 20.000 Stellen streichen

28. Oktober 2003, 10:56
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Rundzehn Prozent der Jobs sollen laut Zeitung abgebaut werden - "No Comment" von Sony

Der japanische Elektronik-Riese Sony will auf seinem Sparkurs Medienberichten zufolge nun auch weltweit 15.000 bis 20.000 Stellen streichen. Die bis März 2006 geplanten Arbeitsplatzkürzungen umfassen rund zehn Prozent der weltweit 160.000 Beschäftigten, wie die japanische Wirtschaftszeitung "Nihon Keizai Shimbun" am Montag berichtete. Sony, dessen Nettogewinn zwischen April und Juni um 98 Prozent eingebrochen war, wollte die Berichte nicht kommentieren und bezeichnete sie als spekulativ. Man werde die Strukturreformen bei einem Unternehmensstrategietreffen am 28. Oktober in Tokio erläutern.

Preiskonkurrenz

Während andere Konkurrenten wie Toshiba, NEC oder Fujitsu in den vergangenen drei Jahren bis zu insgesamt 70.000 Stellen strichen, hatte sich Sony bisher mit solchen Maßnahmen zurückgehalten. Doch der weltweit zweitgrößte Hersteller von Unterhaltungselektronik steht angesichts der global immer schärferen Preiskonkurrenz bei Hit-Produkten unter enormem Druck. Sony musste in den vergangenen Quartalen heftige Ertragseinbußen angesichts schwacher Geschäfte mit Elektronikprodukten hinnehmen.

Nun will Sony-Chef Nobuyuki Idei mit Umstrukturierungen und Kostensenkungen samt Fabriksschließungen die Gewinnmarge von 4 Prozent bis zum 60. Jubiläumsjahr der Gründung des Elektronikkonzerns im Geschäftsjahr 2006 auf 10 Prozent anheben.

Weniger Zulieferer

So will der Hersteller der Playstation 2 laut Medienberichten die Produktion von Kathodenstrahlröhren für Fernseher zum Ende nächsten Jahres einstellen. Erst kürzlich hatte Sony mitgeteilt, die Palette von Einzelteilen bis Ende 2005 von 840.000 drastisch auf 100.000 zusammenzustreichen. Die Zahl der Zulieferer werde dadurch von 4.700 auf 1.000 schrumpfen. Laut Medienberichten veranschlagt Sony für den geplanten dreijährigen Umstrukturierungsplan bis 2006 rund 300 Mrd. Yen. Die Stellenkürzungen sollten durch Frühpensionierung und weniger Neueinstellungen erfolgen, hieß es.

Neue Produkte

Sony ist bei seiner Ertragsoffensive abhängig von neuen Produkten wie der PSX-Konsole, dem Nachfolger der Spielekonsole Playstation 2. Im ersten Quartal des bis zum 31. März 2004 laufenden Geschäftsjahres hatte Sony in seinem Elektronik-Kerngeschäft einen Einbruch beim operativen Gewinn von 74 Prozent erlitten. Wie die "Nihon Keizai Shimbun" weiter berichtete, erwägt Sony, in Japan 1.500 bis 2.000 Stellen vor allem im Verwaltungsbereich zu streichen. Zudem wolle sich der Elektronikriese aus unprofitablen und nicht strategischen Geschäften, die mehr als zehn Prozent der mehr als 100 Geschäftsfelder von Sony ausmachten, zurückziehen, hieß es. (APA)

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