Kleinaktionäre gegen Werbeschlachten im Übernahmekampf um Mannesmann

15. Jänner 2000, 17:52

"Anzeigeschlachten" sollten verboten werden

Die deutsche Schutzgemeinschaft der Kleinaktionäre hat den Werbefeldzug im Übernahmekampf zwischen Vodafone und Mannesmann kritisiert. "Solche Anzeigenschlachten müssen in einem bald zu erlassenden Übernahmegesetz verboten werden", sagte die stellvertretende Vorstandsvorsitzende Anneliese Hieke am Samstag im Saarländischen Rundfunk. Seit Wochen werben der Düsseldorfer Konzern und der britischen Mobilfunkanbieter Vodafone in einer beispiellosen millionenteuren Anzeigenkampagne um die Aktionäre.

Die Aktionäre ließen sich davon nicht beeinflussen und ärgerten sich über die "immense Geldverschwendung", meinte Hieke. Es habe kein Aktionär Verständnis dafür, "wenn es um ganzseitige Anzeigen geht, in denen das andere Unternehmen verunglimpft wird", ergänzte sie. Es existiere ein freiwilliger Übernahme-Codex, demzufolge Konzerne in dieser Art und Weise nicht werben sollten, solange ein Angebot bestehe. "Aber offensichtlich hält man sich nicht daran". Hieke kritisierte, "dass Kleinaktionäre nicht die gleichwertige und gleichmäßige Information erhalten", wie das beispielsweise bei größeren Gruppen, den Fonds und den Banken der Fall sei. (APA/dpa)

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