Online-Shops mit Weihnachtsgeschäft zufrieden

15. Jänner 2000, 17:22

Umsatz-Verdreifachung in den USA - Shopping-Sites wachsen am stärksten

Frankfurt - Die Weihnachtsumsätze übers Internet sind in den USA nach Untersuchungen von Shop.org/BCG mit 9 Mrd. Dollar auf das Dreifache des Vorjahresniveaus geklettert. Damit hätten die Web-Stores im ganzen Jahr etwa 36 Mrd. Dollar erlöst. 2,7-mal so viele Bestellungen wie Weihnachten 1998, sogar dreimal so hohe Umsätze - der durchschnittliche Wert einer Bestellung um acht Prozent größer als im Vorjahr - das sind die Zahlen, die die Boston Consulting Group (BCG) bei Mitgliedern des Händler-Verbands Shop.org ermittelt hat. "Wir erwarten, dass sich die Wachstumskurve ins Jahr 2000 verlängern wird", kommentiert BCG-Manager David Pecaut die Studie.

Eine kleinere Umfrage von Ernest & Young bei 1283 amerikanischen Net-Usern zeigt, dass 26 Prozent während der fünf Vorweihnachtswochen online eingekauft hatten. E&Y schätzt, dass US-Verbraucher allein in der Weihnachtssaison 10 bis 13 Mrd. Dollar im Web ausgegeben haben. Im Gesamtjahr seien es 25 bis 30 Mrd. gewesen, während BCG auf der Basis der Shop.org-Daten sogar 36 Mrd. Dollar für 1999 schätzt. Der größte Online-Dienst der USA, AOL, erklärte auf Basis einer Umfrage, dass seine 20 Mio. Mitglieder in den fünf Weihnachtswochen schätzungsweise 2,5 Mrd. Dollar im Internet ausgegeben haben.

Bücher als Online-Renner

Das weltgrößte Internetkaufhaus Amazon.com meldete für das vierte Quartal einen Umsatz von rund 650 Mio. Dollar, mehr als zweieinhalbmal so viel wie die 253 Mio. ein Jahr zuvor. Amazon erklärte, mehr als die Hälfte davon seien mit neuen Sortimenten und den Shops in England und Deutschland erzielt worden. Amazon Deutschland bestätige dies. Bücher seien der Online-Renner gewesen, die hohe Erwartungen im Weihnachtsgeschäft seien erfüllt worden. Angaben über Umsatz oder Zahl der bestellten Bücher und Musik-CDs wollte der deutsche Marktführer Amazon.de aber nicht machen.

Nach den Zahlen von Media Metrix, die auf dem Tracking von 50.000 US-Surfern beruhen, war Amazon.com mit 5,6 Mio. Besuchern in den fünf Wochen vor dem Fest eindeutig der meistbesuchte Web-Shop. Es folgen die Auktionen von Ebay (4 Mio.), Spielwaren von Etoys (1,7 Mio.), Bücher von BarnesandNoble.com (1,5), Spielwaren von Toysrus.com (1,5), Computer und Medien von Buy.com (1,4), CDnow (1,4), (Flug)-Reisen von Microsoft Expedia (1) und Travelocity (0,9) sowie Computer von Egghead (0,9 Mio. Besucher).

Wachstumsmotor Shopping-Sites

Shopping-Sites waren im zweiten Halbjahr 1999 auch der Wachstumsmotor im Internet. Der Traffic auf diesen Seiten wuchs um 52 Prozent, mehr als bei anderen vergleichbaren Sites. Dies hat eine aktuelle Erhebung der Nielsen/NetRatings ergeben. Das zweitgrößte Wachstum verbuchten die Sport-Angebote (plus 38 Prozent), gefolgt von Technologie- und Finanzdiensten (plus 34 und 32 Prozent). Die Zugriffe auf Portal-Seiten hingegen nahmen nur um 20 Prozent zu, und News-Anbieter konnten eine 25-prozentige Steigerung erzielen. Dennoch sind die Zahlen beachtlich: Denn die Anzahl der Web-User wuchs nur um 17 Prozent. (LZnet/w&v/firstsurf/pte)

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