Metaller-Löhne steigen um 2,1 Prozent

21. Oktober 2003, 18:59
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Nürnberger: Abschluss garantiert Lebensstandard und Wettbewerbsfähigkeit - Heute verhandeln die Beamten

Wien - Nach zehnstündigen Marathon-Verhandlungen um die Metaller-Löhne haben sich beide Sozialpartner mit dem Verhandlungsergebnis zufrieden gezeigte. Sowohl Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertreter betonten, man habe in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld verhandelt.

"Einflüssen von außen wie der Pensionsreform haben wir nicht Rechnung getragen. Wir haben uns auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert und das haben wir umgesetzt", betonte Arbeitgeber-Vertreter Hermann Haslauer im "Ö1-Morgenjournal".

Nürnberger: "Ergebnis ist wirtschaftskonform"

Metaller-Gewerkschaftschef Rudolf Nürnberger erklärte, das Ergebnis sei wirtschaftskonform. "Unsere Ziele haben wir erreicht. Der Abschluss garantiert die Sicherung des Lebensstandards der Beschäftigten unter gleichzeitiger Wahrung der Wettbewerbsfähigkeit", so der Gewerkschafter.

Nach dem Ergebnis, auf das sich die Sozialpartner heute, Dienstag, kurz nach Mitternacht geeinigt haben, werden die Ist-Löhne für die rund 180.000 Metallarbeiter per 1. November 2003 um 2,1 Prozent angehoben, jedoch mindestens um 35 Euro. Die Mindestlöhne steigen ebenfalls um 2,1 Prozent.

Flexibler durch Betriebsvereinbarungen

Außerdem wurde eine Verteiloption vereinbart, die es den Unternehmen mittels Betriebsvereinbarung ermöglicht, flexibler zu agieren: Demnach dürfen die Löhne auch um nur 1,8 Prozent angehoben werden, wenn zusätzlich 0,6 Prozent für individuelle Lohnerhöhungen verwendet werden.

Dass Ist- und Mindestlöhne um den gleichen Prozentsatz angehoben würden, sei bereits "ein technischer Vorgriff auf das gemeinsame Entlohnungsschema", das man in Zukunft anstrebe, sagte Nürnberger. Über ein einheitliches Einkommensschema für Arbeiter und Angestellte soll in den nächsten Monaten weiter verhandelt werden.

Öffentlicher Dienst verhandelt mit Finz

Gehaltsverhandlungen beginnen heute, Dienstagabend, auch die Beamten: Für die Regierung sitzt Finanzstaatssekretär Alfred Finz am Verhandlungstisch, er wurde von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel damit beauftragt. Am Montag gaben sich sowohl Finz als auch der Vorsitzende der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst (GÖD), Fritz Neugebauer, zugeknöpft. Deutlich wurde aber, dass wohl über die Höhe des Gehaltsabschlusses als auch über die Laufzeit gestritten werden wird.

Wie immer beim Start von Gehaltsverhandlungen wird zunächst das Datenmaterial, also die volkswirtschaftlichen Rahmenbedingungen, abgeglichen. Dabei geht es nach der so genannten "Benya-Formel" um die erwartete Inflationsrate für das nächste Jahr und das Wirtschaftswachstum für heuer. Als Experte wurde dazu vom Wirtschaftsforschungsinstitut Alois Guger eingeladen.

Ob die GÖD in der ersten Runde schon eine konkrete Forderung auf den Tisch legen wird, war noch unklar. In dem Brief, in dem Neugebauer um die Aufnahme von Verhandlungen ersucht hat, fordert er eine "Gehaltserhöhung unter Berücksichtigung der Abgeltung der Inflationsrate und des Wirtschaftswachstums".

Finz wünscht sich wieder einen Abschluss für zwei Jahre, was Neugebauer mit der Begründung, dies habe beim letzten Mal Probleme bei der nachträglichen Inflationsabgeltung verursacht, prompt ablehnte. Der vorige Gehaltsabschluss für den öffentlichen Dienst galt für 2002 und 2003: Für heuer hatte es eine Gehaltserhöhung um 2,1 Prozent gegeben, im Jahr davor ursprünglich nur 0,8 Prozent. Der eine Prozentpunkt für die höhere Inflation wurde ab 1. Juli 2003 aufgeschlagen, maximal jedoch 18,9 Euro; für die Zeit davor hatte es einheitlich 100 Euro gegeben. (ung, APA)

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    grafik: derstandard

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