Deutsche Bahn will fast 3.000 Stellen abbauen

22. Oktober 2003, 11:15
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Betoffen sind Zugbegleitern und Vertrieb

Berlin - Die Deutsche Bahn (DB) will nach einem Zeitungsbericht in den kommenden Jahren im Fernverkehr fast 3.000 Stellen abbauen. Die stärksten Einschnitte solle es bei den Zugbegleitern und im Vertrieb - also beispielsweise in den Reisecentern - geben, berichtet der "Tagesspiegel am Sonntag". Das Blatt stützt sich dabei auf interne Unterlagen des bundeseigenen Verkehrskonzerns. Derzeit hat die Fernverkehrstochter DB Reise & Touristik AG rund 21.700 Beschäftigte.

Die Bahn lehnte einen Kommentar zu den Zahlen ab. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu internen Papieren", sagte Fernverkehrs-Sprecher Gunnar Meyer der dpa. Bekannt sei aber, dass der Konzern mit Blick auf die geplante Kapitalmarktfähigkeit im Jahr 2005 Kosten sparen wolle. "Wir reden nie über Stellen, sondern immer über Kosten." Derzeit gilt bei der Bahn ein Beschäftigungspakt, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Stellenabbau erst 2008 abgeschlossen

Nach "Tagesspiegel"-Informationen sollen die meisten der nahezu 3.000 Arbeitsplätze bis Ende 2005 wegfallen. Abgeschlossen sein solle der Stellenabbau erst 2008. Im Vertrieb wolle die Bahn vor allem sparen, indem Kunden verstärkt Automaten oder das Internet für den Fahrkartenkauf nutzen. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 15 Prozent der insgesamt verkauften Tickets.

Inzwischen hat die Bahn nach Informationen des "Spiegels" im Nahverkehr einen Rückschlag erlitten. Das Bundeskartellamt habe den geplanten Einstieg bei den hannoverschen Verkehrsbetrieben Üstra so gut wie gestoppt, meldete das Nachrichtenmagazin. Als Begründung nenne die Aufsichtsbehörde in einer "vorläufigen Einschätzung" vom 14. Oktober, dass der Zusammenschluss "eine spürbare Beschränkung des Wettbewerbs" bewirken würde. Dazu erklärte ein Konzernsprecher, es gebe noch keinen endgültigen Bescheid.

Mit dem Üstra-Geschäft will die DB zusätzlich zu ihrem S-Bahn- und Regionalbahnverkehr ins Bus- und Stadtbahnnetz von Niedersachsen einsteigen. Das Gemeinschaftsunternehmen Üstra Intalliance AG, an dem sich neben der Stadt Hannover und der Bahn auch die Nord/LB zu 20 Prozent beteiligen will, soll auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Bremen aktiv werden.(APA/dpa)

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