Djindjic-Mord: Ex-Leibwächter widerlegt offizielle Version

20. Oktober 2003, 21:46
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Angeblich schossen zwei Heckenschützen auf serbischen Premier

Belgrad - Auf den serbischen Ministerpräsidenten Zoran Djindjic haben nach Darstellung seines Leibwächters zwei, und nicht ein Scharfschütze geschossen. Damit widerlegte der Leibwächter in einem Gespräch mit dem Belgrader Sender B92 am Sonntag die offizielle Version von einem Todesschützen. Milan Verulovic war bei dem Attentat vom 12. März vor dem Hintereingang des Regierungsgebäudes in Belgrad schwer verletzt worden.

Verulovic begründete seine Darstellung mit dem damaligen Standort des ermordeten Politikers, der aus seinem Fahrzeug ausstieg, als ihn die Kugeln trafen. Von dem Gebäude aus, an dem sich nach offizieller Version der Todesschütze aufhielt, hätten Djindjic die tödlichen Wunden nicht zugefügt werden können.

Versäumnisse bei den Ermittlungen

Verulovic warf der staatlichen Untersuchungskommission und der Staatsanwaltschaft schwere Versäumnisse bei den Ermittlungen vor. Im Zusammenhang mit dem Djindjic-Mord sind 44 Personen, darunter der festgenommene und geständige Todesschütze Zvezdan Jovanovic, angeklagt. Der Prozess könnte noch in diesem Herbst beginnen. (APA/dpa)

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    Der serbische Premier Minister Zoran Djindjic wurde im März dieses Jahres ermordet

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