Österreich profitiert von Italiens Holzboom

23. Oktober 2003, 19:18
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Neuer Biotrend verdrängt alte Steinkultur

Trotz allgemeiner Stagnation auf Italiens Baumarkt ist Holz neuerdings stark gefragt. Die österreichischen Lieferanten profitieren am meisten vom Boom. "Wir haben im ersten Halbjahr unsere Lieferungen um 16 Prozent erhöht", bestätigte Peter Dolezal von Promolegno. Die von der österreichischen ProHolz gemeinsam mit dem italienischen Holzfachverband gegründete Marketingorganisation Promolegno ist für die Holzpromotion- und -verkaufsfördung in Italien zuständig. Anlässlich der größten italienischen Baumesse, Saie in Bologna, warb Promolegno mit einem Bericht aus der STANDARD-Beilage "Rondo" mit der österreichischen Holzkultur.

Der nun einsetzende Biotrend in Italien beginnt die jahrhundertealte "Steinkultur" zu verdrängen. Der Holzverbrauch machte in Italien im Jahr 2002 6,5 Mio. Kubikmeter aus, davon kamen vier Mio. aus Österreich. Zu Beginn der Neunzigerjahre lag der Holz-Pro-Kopf-Verbrauch bei 0,08 Kubikmetern, im Jahr 2002 nahm er bereits auf 0,12 m zu und soll sich bis 2010 auf 0,18 m erhöhen.

Vor allem bei Dächern aus Holz ist zurzeit die italienische Nachfrage rege. Laut einer Promolegno-Untersuchung entfielen im Jahr 2002 von 22 Mio. Quadratmetern Dachfläche bereits acht Mio. Quadratmeter auf Holz. Hier sieht Dolezal noch ein großes Wachstumspotenzial. Auch habe Holz bei den öffentlichen Bauten, wie etwa beim neuen Auditorium in Rom, an Attraktion gewonnen. "Holz ist in Italien nicht nur mehr den Hüttenbauten vorbehalten, sondern hat auch im öffentlichen Bauwesen an Sex gewonnen", meinte Sora Stefan von Damiani Legnami. (Thesy Kness-Bastaroli aus Bologna, Der Standard, Printausgabe, 20.10.2003)

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