Reaktionen: Zufriedenheit bei SP und SVP

19. Oktober 2003, 21:22
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FDP und CVP enttäuscht - Grüne gelassen

Bern - Zufriedene Gesichter bei SVP (Schweizerische Volkspartei) und SP (Sozialdemokraten), Prinzip Hoffnung bei CVP (Christdemokraten) und FDP (Freisinnige): So zeigten sich die Vertreter der Parteien am frühen Sonntagabend angesichts der Hochrechnungen nach den Schweizer National- und Ständeratswahlen. Für die SVP ist bereits klar: Ein zweiter Bundesratssitz steht ihr zu.

SVP traut den Prognosen noch nicht

Er traue den gegenwärtigen guten Prognosen für die SVP noch nicht ganz, sagte Partei-Präsident Ueli Maurer zu den sich abzeichnenden deutlichen Gewinnen seiner Partei. Der Trend vor allem auch jener in der Westschweiz, zeige aber klar, dass die SVP jetzt unwidersprochen eine gesamtschweizerische Partei sei. Über den Anspruch seiner Partei auf den zweiten Bundesratssitz müsse man eigentlich gar nicht mehr diskutieren, sagte Maurer. Einzig für die CVP sei noch "eine rhetorische Frage". Für alle anderen Parteien sei es klar. "Wir werden deshalb in der Elefantenrunde den Namen unserer Kandidatur bekannt geben."

"Das Ergebnis sieht hervorragend aus für die Schweiz", freute sich der Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Blocher. Das absehbare Resultat zeige, dass die Schweizerinnen und Schweizer einen Wechsel in der Politik wollten. Dies hätten nun auch die Romands erkannt. Die Gewinne in der Romandie gingen klar aufs Konto der Zücher-Linie innerhalb der SVP. "Es stimmt, wir werden nun weiterhin eine klare Sparpolitik verfolgen, aber es wird niemand darunter leiden", sagte Blocher zur künftigen politischen Linie der Volkspartei.

SP "zufrieden"

SP-Vizepräsidentin Christine Goll zeigte sich am Nachmittag sehr zufrieden. "Wir haben in der ganzen Schweiz zugelegt". Sie sei insbesondere erfreut über die starke Verankerung der SP in den Städten. Die Partei müsse sich nun aber auf eine Zeit zunehmend härterer Verteilkämpfe einstellen. Sie sei beunruhigt über diese zunehmende Polarisierung.

FDP-Präsidentin Christane Langeberger sagte in einer ersten Reaktion, sie sei "ein wenig enttäuscht" über die sich abzeichnenden Verluste von FDP-Sitzen im Nationalrat. Das komme für sie aber nicht überraschend. Überrascht sei sie allenfalls, weil sie trotz besseren Wissens zu stark auf ein besseres Abschneiden ihrer Partei gehofft habe.

Wirtschaftskrise führte zu Polarisierung

Die momentane Wirtschaftkrise habe zu mehr Polarisierung geführt und sei deshalb den grossen Parteien an den Polen, SVP und SP, zugute gekommen. Die voraussichtlichen Gewinner SVP und SP müssten nun in den nächsten vier Jahren mehr Verantwortung übernehmen, um tragfähige politische Lösungen zu finden.

"Gesamthaft gefällt mir das Resultat nicht", gestand CVP-Präsident Philipp Stähelin in einer ersten Reaktion ein. Er wies jedoch gleichzeitig auch auf einzelne Gewinne in gewissen Kantonen hin. Offenbar sei die CVP Opfer der zunehmenden Polarisierung geworden, analysierte er. Kritisch äußerte sich Stähelin zu einer möglichen Änderung der Zauberformel zugunsten eines zweiten SVP-Sitzes im Bundesrat. Das wäre nach Ansicht von Stähelin "ein klarer Verzicht auf die Stabilität in der politischen Landschaft der Schweiz".

Grünen erwarteten "gutes Abschneiden"

"Für mich ist unser absehbar gutes Abschneiden nicht wahnsinnig überraschend", sagte Hubert Zurkinden, Generalsekretär der Grünen. Er habe bereits Anfang Jahr gesagt, dass seine Partei in diesen Wahlen zulegen werde. "Ich bin zufrieden dass das nun eintrifft." Grund dafür sei, dass die Grünen in den vergangenen Jahren ein klareres Profil gewonnen hätten und sich vermehrt auch junge Leute in der Partei engagierten. Außerdem habe sicher auch der vergangene Sommer den Grünen geholfen, die Umweltthemen wieder in den Vordergrund zu rücken. (APA/sda)

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