Road Map: Albright wirft allen Beteiligten "Versagen" vor

20. Oktober 2003, 16:10
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Friedensplan war nicht "wirkliche Absicht" - "Washington hat zu wenig getan"

Prag - Angesichts der Gewaltentwicklung im Nahen Osten hat die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright Israel, den USA und den Palästinensern "Versagen" vorgeworfen. "Als mögliches Ziel wurde der internationale Nahost-Friedensplan (Roadmap) von Israel und den Palästinensern vielleicht Ernst genommen, aber nicht als wirkliche Absicht, und die USA haben zu wenig getan, um ihn durchzusetzen", kritisierte Albright am Rande der Konferenz "Forum 2000", die am Sonntag in Prag zu Ende ging.

Solange Palästinenser "Mörder als Helden" feierten, würden sie vermutlich keinen eigenen Staat erreichen, betonte die gebürtige Tschechin. "Und auch wenn man Bomben moralisch nicht mit Bulldozern gleichsetzen kann, raubt Israel nichts anderes so viel diplomatische Kraft wie die Erweiterung jüdischer Siedlungen", unterstrich Albright.

Darüber hinaus sei die Erwartung, der Sturz des Saddam- Regimes im Irak trage zu einer Entspannung der Nahost-Krise bei, "äußerst zweifelhaft" gewesen, sagte die Ex-Außenministerin in Prag. (APA/dpa)

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