Ende der Baukrise: Mehr Gewinn erwartet

22. Oktober 2003, 16:08
posten

Optimismus bei Chef von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief

Frankfurt - Der Chef von Deutschlands größtem Baukonzern Hochtief sieht nach jahrelangem Kapazitätsabbau das Ende der inländischen Baukrise gekommen. Die Branche mit noch rund 800.000 Beschäftigten werde von 2004 an wieder etwas bessere Zeiten erleben und der Verlust an Arbeitsplätzen wohl gestoppt, sagte Hans-Peter Keitel in einem am Sonntag im Voraus veröffentlichten Interview mit der Zeitung "Die Welt" (Montagausgabe). Für sein Unternehmen erwartet Keitel offensichtlich schon in diesem Jahr einen höheren Gewinnzuwachs als bisher in Aussicht gestellt.

Schwarze Zahlen erwartet

"Wir werden zum Jahresende wie geplant auch europaweit im Bau wieder schwarze Zahlen schreiben und dauerhaft Gewinne erzielen. Dies haben wir durch Reduktion unseres Geschäfts in Deutschland und Europa auf Basis eines deutlich schärferen Risikomanagements erreicht", sagte Keitel. "Wir werden damit das Vorsteuerergebnis des vergangenen Jahres von 121 Millionen Euro in diesem Jahr spürbar übertreffen", fügte er hinzu. Eine genaue Planzahl nannte Keitel weiterhin nicht. Er gab sich aber etwas optimistischer als bisher. Zuvor hatte die Konzernführung immer nur von einer Gewinnsteigerung gesprochen. Vor allem im Dienstleistungsgeschäft - etwa dem Gebäudemanagement und der Projektentwicklung - habe das Unternehmen Wachstumspotenzial. "Insgesamt ist noch sehr viel Vorstellungskraft bei Hochtief vorhanden, und wir werden den Service-Anteil am Umsatz bis 2007 von jetzt 30 Prozent auf 50 Prozent steigern."

Einschwingen auf ein Niveau

Auch auf die Beschäftigten der deutschen Bauwirtschaft sieht Keitel bessere Zeiten zukommen. "In 2004 werden wir nach acht Jahren Abwärtstrend das Ende der Krise erleben. Das bedeutet keine rasanten Umsatzsteigerungen, aber doch ein Einschwingen auf ein Niveau, das Arbeitsplätze sichert." Keitel fügte hinzu: "Die Branche ist seit 1995 von 1,5 Millionen auf 800.000 Mitarbeiter geschrumpft, da gibt es keine Überkapazitäten mehr."

Unterdessen gab der im Nebenwerteindex MDax gelistete Essener Konzern am Sonntag Großaufträge für seine australische Tochter Leighton über insgesamt gut eine Milliarde Euro bekannt. Zu den neuen Projekten dieser Gruppe gehöre auch der Betrieb und Ausbau einer der weltweit größten Kohleminen in Indonesien. (APA/Reuters)

Link

  • Bild nicht mehr verfügbar

    Der Bauwirtschaft soll es bald wieder besser gehen

Share if you care.