Vom Arbeiterkind zum Regierungmitglied

19. Oktober 2003, 14:56
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Franziska Fast: Sozial- und Frauenthemen waren ihre Anliegen

Wien - Die am Sonntag verstorbene frühere Staatssekretärin Franziska Fast hat es als Arbeiterkind bis in die Regierung geschafft. Am Höhepunkt ihrer Karriere gehörte sie von 1979 bis 1983 der Regierung Kreisky als Staatssekretärin im Sozialministerium an. Danach war sie sechs Jahre lang Volksanwältin. Aus der Gewerkschaft kommend waren der SP-Politikerin Sozial- und Frauenthemen immer ein besonderes Anliegen.

Franziska Fast wurde am 18. Mai 1925 als eines von vier Kindern eines Bauhilfsarbeiters in Wien geboren. Nach Absolvierung der Pflichtschule war sie während des Zweiten Weltkrieges in einem Küchenbetrieb beschäftigt. 1951 trat sie als Emailliererin in die Firma Austria-Email ein, wo sie bereits ein halbes Jahr später zur Betriebsrätin gewählt wurde. 1958 wurde sie Vorsitzende des Arbeiterbetriebsrates dieser Firma und schließlich 1965 Sekretärin der Gewerkschaft der Metall- und Bergarbeiter. In den Jahren 1958 bis 1960 absolvierte sie mit ausgezeichnetem Erfolg die Sozialakademie der Wiener Arbeiterkammer.

Zahlreiche Funktionen innerhalb der SPÖ

Die verheiratete Gewerkschafterin war auch in verschiedenen Funktionen innerhalb der SPÖ tätig. 1971 wurde sie zur Stellvertretenden Frauenvorsitzenden des ÖGB und zur Fraktionsvorsitzenden der Sozialistischen Frauen im ÖGB gewählt. Seit 1973 war Fast auch Mitglied des Wiener Landtages und Gemeinderates, wo sie vor allem in den Ausschüssen Finanz- und Wirtschaftspolitik sowie Gesundheit und Soziales arbeitete.

Im November 1979 holte sie der damalige Bundeskanzler Bruno Kreisky gemeinsam mit Johanna Dohnal, Anneliese Albrecht und Beatrix Eypeltauer als Verstärkung des Frauenanteils in die Regierung, der sie bis 1983 als Staatssekretärin im Sozialministerium angehörte. Nach einer kurzen Zeit als Nationalratsabgeordnete wurde sie dann als Nachfolgerin von Robert Weisz zur Volksanwältin gewählt. In dieser Funktion war bis 1989 wieder der soziale Bereich Schwerpunkt ihrer Tätigkeit.

Vorsitzende der Wiener "Volkshilfe"

Im Herbst 1991 wurde sie Vorsitzende der Wiener "Volkshilfe". Hier bemühte sie sich unter anderem um eine Ausweitung der sozialen Dienste für hilfsbedürftige ältere Menschen. Erst im Mai dieses Jahres hat sie dieses Amt an Johnann Hatzl übergeben. (APA)

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